Politik & Regulierung

DIA fürchtet teure Rentengeschenke

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) fordert eine Senkung des Rentenbeitragssatzes. Der Beitrag von 18,7 Prozent soll zum 1. Januar um 0,1 Prozent gesenkt werden. Die Denkfabrik befürchtet, dass die vollen Rentenkassen die wahrscheinliche Jamaika-Koalition zu Rentengeschenken animieren könnte.
Die im Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung dargelegte positive Finanzlage dürfe nicht dazu verleiten, die gestiegenen Beitragseinnahmen für "Planspiele zu teuren Rentenreformen" zu missbrauchen, sagt DIA-Sprecher Dieter Weirich. Arbeitnehmer und auch Unternehmen hätten laut einen "eindeutigen gesetzlichen Anspruch" auf die Senkung ihrer Beiträge, wenn das Finanzpolster der gesetzlichen Rentenversicherung die Rücklage von 1,5 Monatsausgaben übersteige. Aktuell beträgt der Wert 1,59 Monatsausgaben. Neben den genannten Gruppen würden auch Rentner von der Senkung profitieren, denn die Rentenanpassung im Sommer 2019 würde dann um 0,13 Prozent höher ausfallen.
"Auf keinen Fall sollte sich das gleiche Spiel wie vor vier Jahren, zum Beginn der Großen Koalition wiederholen", warnt Weirich. Damals wäre wegen der angesammelten Rücklagen ebenfalls eine Senkung angezeigt gewesen. "Die Bundesregierung hat allerdings den vorgeschriebenen Mechanismus der Anpassung per Verordnung ausgehebelt, um mehr Verfügungsmasse für ihre Rentenprojekte zu bekommen." Was danach folgte ist bekannt: Die Rente mit 63 und der zusätzliche Rentenpunkte für Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern trieben die Ausgaben der Gesetzlichen Rentenversicherung in die Höhe. Nur durch die gute Beschäftigungslage wurden diese Mehrbelastungen weitgehend kompensiert.(vwh/mv)
Bildquelle: Hoffmann / PIXELIO / www.pixelio.de
Rente · gesetzliche Rentenversicherung · DIA
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