Märkte & Vertrieb

Moody's: Starkes Wachstum überschattet globale Risiken

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Brexit, Nordkorea und Donald Trump: Die Liste der geopolitischen Risiken ist derzeit lang. Dennoch geht die Ratingagentur Moody's auch im kommenden Jahr von einer stabilen Kreditwürdigkeit der Staaten rund um den Globus aus. Zudem dürfte sich nach den Prognosen der Ökonomen von Moody's das gesunde Wachstum auch im Jahr 2018 weiter fortsetzen.
"Das günstige Bonitätsumfeld äußert sich in der Tatsache, dass fast drei Viertel der von Moody's gerateten Staaten derzeit über einen stabilen Ratingausblick verfügen. Zudem gleicht die zusehends solide Wachstumsdynamik die anhaltenden Risiken aus hohen Verschuldungsgraden und erhöhten geopolitischen Spannungen aus", prognostiziert Alastair Wilson, Managing Director - Global Sovereigns bei Moody's.
"Das makroökonomische Umfeld für die Staaten ist günstiger als vor einem Jahr", ergänzt Wilson. "Moody's geht davon aus, dass sich das globale BIP-Wachstum, ähnlich wie 2017, auch 2018 wieder oberhalb von drei Prozent bewegen wird. Vor diesem günstigen konjunkturellen Hintergrund verfügen die Staaten über ein größeres Zeitfenster, um Wirtschafts- und Finanzreformen durchzuführen."
Dennoch rechnet die Ratingagentur im kommenden Jahr mit drei wesentlichen Herausforderungen. So geht die Ratingagentur in ihrer Prognose davon aus, dass sich einzelne Staaten aufgrund politischer Unsicherheiten und sozialer Spannungen im Inland weniger dazu verpflichtet sehen, notwendige Wirtschafts- und Sozialreformen durchzuführen. Dennoch haben laut Moody's zahlreiche europäische Länder sowie auch in Japan bereits Arbeitsmarktreformen auf den Weg gebracht, wenn auch nicht mit hohem Tempo. Andere Staaten, wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Philippinen oder Indien ergreifen derzeit entsprechende Maßnahmen, um ihren finanzpolitischen Spielraum weiter zu erhöhen.
Während politische und soziale Erwägungen in Ländern wie Brasilien, Südafrika oder der Türkei nach Ansicht der Moody's Experten auch weiterhin ein enormes Risiko für rasche politische Reformen darstellen, sind auch die gepolitischen Risiken stärker ausgeprägt als in den vergangenen Jahren. Demnach sei nicht nur die Wahrscheinlichkeit eines militärischen Konfliktes auf der nordkoreanischen Halbinsel gestiegen. Auch in der Golfregion haben die Spannungen weiter zugenommen, konstatieren die Ökonomen. Zudem stelle auch die Handelspolitik der USA ein weiteres Wachstumsrisiko dar, insbesondere bei den engsten Partnern der Vereinigten Staaten.
Allerdings stehe "die Bonitätsprüfung eines zu versichernden Risikos bei den Kreditversicherern noch immer im Mittelpunkt", betont Aon-Manager Andreas Gröhl im Exklusiv-Interview mit dem Business- und Managementmagazin Versicherungswirtschaft. "Somit ermöglicht die Kreditversicherung einen Risikotransfer durch die Kompensation von unkalkulierbaren Risiken zu einem kalkulierbaren Preis". (siehe KÖPFE & POSITIONEN). (vwh/td)
Bildquelle: Dieter Schütz / PIXELIO (www.pixelio.de)
Konjunktur · Moody's
Auch interessant
Zurück
14.08.2019VWheute
Starkes zweites Quartal hält W&W auf der Gewin­ner­straße Die Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (W&W) setzt den vor zwei Jahren …
Starkes zweites Quartal hält W&W auf der Gewin­ner­straße
Die Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (W&W) setzt den vor zwei Jahren eingeleiteten Aufbruch auch im ersten Halbjahr 2019 fort. In den ersten sechs Monaten des Jahres beträgt der Konzernüberschuss fast so …
08.05.2019VWheute
Aon: Unter­nehmen fürchten sich vor schwä­chelnder Konjunktur Die schwächelnde Konjunktur bereitet den Unternehmen derzeit die größten Sorgen - noch …
Aon: Unter­nehmen fürchten sich vor schwä­chelnder Konjunktur
Die schwächelnde Konjunktur bereitet den Unternehmen derzeit die größten Sorgen - noch vor Schäden der Reputation und des Markenimages. Dies geht aus dem aktuellen "Global Risk Management Survey 2019" von Aon hervor.
20.02.2019VWheute
Debeka hadert mit "Hamburger Irrweg" Die Debeka kann sich auch weiterhin auf die private Krankenversicherung als wichtigste Säule des Konzerngeschäfts…
Debeka hadert mit "Hamburger Irrweg"
Die Debeka kann sich auch weiterhin auf die private Krankenversicherung als wichtigste Säule des Konzerngeschäfts stützen. So konnte Thomas Brahm bei seiner ersten Bilanzpressekonferenz als Vorstandschef des Koblenzer Versicherers …
08.02.2019VWheute
DIHK-Konjunk­tur­um­frage: Versi­cherer opti­mis­ti­scher als Gesamt­wirt­schaft Die Konjunktur in Deutschland hat sich nach einer Umfrage des …
DIHK-Konjunk­tur­um­frage: Versi­cherer opti­mis­ti­scher als Gesamt­wirt­schaft
Die Konjunktur in Deutschland hat sich nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) unter rund 27.000 Unternehmen zu Jahresbeginn deutlich eingetrübt. "Eine …
Weiter