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Munich Re greift Klimaopfern unter die Arme

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Am meisten leiden Entwicklungs- und Schwellenländer wie Peru unter den Folgen des Klimawandels. Extremwetterereignisse wie Überschwemmungen werden häufiger, wie die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) feststellt. Zusammen mit der Munich Re und dem peruanischen Landwirtschaftsministerium wurde ein Risikotransfersystem entwickelt.
Wie in anderen Entwicklungsländern sind auch in Peru Ernteausfälle noch nicht flächendeckend verbreitet. Vielen potentiellen Interessente fehlt das Geld für die PKlimaversicherung und zudem das Vertrauen in die Leistungsbereitschaft der Versicherer im Schadenfall. Greift nach einem Schaden die Politik ein, vertrauen die Bauern auf eine Wiederholung bei einem erneuten Katastrophenereignis. Verweigert der Staat allerdings die Hilfe, kommen die Bauern in eine akute Zwangslage. Eine aktive Vorsorge wie Versicherungen findet oft nicht statt, das Pilotprojekt "Integriertes Finanzmanagement von Klimarisiken im Agrarsektor in Peru" möchte das ändern – und hat bereits Erfolge erzielt.

Staat, Banken und Versicherungsbranche arbeiten zusammen

Das Ziel des Projekts ist einfach, Klimaversicherungen im Agrarbereich sollen der Normalfall werden. Erste Erfolge wurden bereits eingefahren, fast doppelt so viele Kleinbauern wie zu Beginn des Projektes im Jahr 2014 sind heute in Peru versichert, insgesamt rund 281.000. Die Zahl unter den mittleren und großen Landwirtschaftsbetrieben stieg um etwa 65 Prozent auf rund 14.600. Jede Institution hat ihre Aufgaben. Der Staat subventioniert die Prämien und sorgt für Rechtssicherheit. Gezielte Schulungen helfen den Zuständigen auf staatlicher und privater Seite, im Katastrophenfall schnell zu reagieren. Banken vergeben Klimaversicherungen bei Anbaukrediten und sorgen so für eine bessere Verbreitung. Die Versicherer stellen den Schutz, bringen Schadenexpertise ein und kalkulieren die Prämien.
Profitieren sollen am Ende alle Beteiligte, der Staat muss bei Katastrophen nicht mehr einspringen, die Bauern können auch im Schadenfall ihre Kredite zurückzahlen und belasten die Bankenbilanzen nicht mehr. Die Versicherer, wie hier die Munich Re, nutzen ihre Expertise für eine gute Sache. Eine bessere Zusammenarbeit in Klimafragen hatte der Klimaexperte des Rückversicherers, Ernst Rauch, angemahnt. (vwh/mv)
Bild: Machu Picchu (Quelle: ggg / PIXELIO / www.pixelio.de)
Munich Re · Klimaversicherung · Peru
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