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Immobilienfinanzierung: Wieso lohnt sich der Einstieg?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wohnnimmobilienfinanzierungen seien eine langweilige Assetklasse, so die gängige Meinung vieler Entscheider. Außerdem seien sie mit hohem Bearbeitungsaufwand verbunden. Clifford Tjiok ist dennoch von ihrer Durchschlagskraft überzeugt. Er spricht von einem Comeback am Markt - und von vier entscheidenden Faktoren.
Erstens bieten Wohnimmobilienfinanzierungen nachhaltige und stabile Renditen bei einem signifikanten Marktvolumen. Zwar schlägt sich das aktuelle Niedrigzinsumfeld auch in den Marktzinsen für Wohnimmobilienfinanzierungen nieder.
Je nach Laufzeit per September 2017 bewegen sich diese zwischen 1,00 Prozent p.a. (zehn Jahre) und 2,30 Prozent p.a. (25 Jahre). Üblich sind jedoch durchaus Konditionsaufschläge, abhängig von Beleihungshöhe, Kreditnehmerbonität und Berufsgruppe. Renditemäßig stehen Wohnimmobilienfinanzierungen im relativen Vergleich mit Staatsanleihen und Pfandbriefen vorteilhafter dar. Das Marktvolumen an Wohnimmobilienfinanzierungen lag in 2016 bei ca. 240 Mrd. Euro.
Zweitens weisen Wohnimmobilienfinanzierungen in Deutschland geringe Verlustquoten auf – ganz im Gegensatz zu hochzyklischen Immobilienmärkten mit nicht-werthaltigen Immobilien im Subprime, verbunden mit laxen Kreditvergabestandards und der synthetischen Weiterplatzierung dieser Art von Krediten in tranchierter Form.
Durch die Kombination aus werthaltiger Besicherung, hoher Granularität, kleinen Einzelticketgrößen und regionaler Diversifizierung handelt es sich in Deutschland um eine risikoarme Assetklasse, die gemäß Erhebung des ZKA über 20 Jahre im Erstrang mit Verlustquoten zwischen 0,042 Prozent und 0,072 Prozent p.a. verbunden ist.
Drittens sind Wohnimmobilienfinanzierungen im Realkreditbereich durch die unterschiedlichen Regelwerke SolvV und AnlV erheblich privilegiert hinsichtlich der Kapitalerfordernis.
Viertens haben Wohnimmobilienfinanzierungen im Gegensatz zu endfälligen Rentenpapieren laufende Rückflüsse aus den monatlichen Regeltilgungen sowie aus Sondertilgungen. Dadurch wird eine schnellere Wiederanlage möglich, entweder in die gleiche Assetklasse zu dann möglicherweise ­höheren Marktzinssätzen oder in andere Assetklassen.
Wie wird die Kapitalanlage in Wohnimmobilienkredite zum Erfolg mit beherrschbaren Kosten?
Durch Einschaltung einer Baufinanzierungsmaklerplattform lässt sich relativ schnell bei vertretbarem Aufwand eine regionale bis bundesweite Abdeckung erzielen. Da die Maklervertriebe vollständig auf Provisionsbasis erfolgsorientiert arbeiten, sind wettbewerbsfähige Konditionen und Produktkriterien entscheidend. Außerdem übernimmt der Maklervertrieb die Beratungspflichten und die damit verbundene Haftung im Sinne der Wohnimmobilienkreditrichtlinie.
Das Ziel beherrschbarer Kosten und skalierbarer Kapazitäten adressiert eine dedizierte Bearbeitungsplattform, wie sie beispielsweise durch einen Kreditservicer bereitgestellt wird, am besten.
Intern verbleiben lediglich die Steuerungsfunktion und das Outsourcingcontrolling. Für den Fall des Ausstiegs aus der Kapitalanlage in Wohnimmobilienfinanzerungen lassen sich die eingesetzten externen Kapazitäten innerhalb eines überschaubaren zeitlichen Rahmens anpassen bzw. wieder abbauen.
Autor: Clifford Tjiok, Geschäftsführer und Chief Commercial Officer Servicing Advisors Deutschland, Loancos Gruppe. (Quelle: Servicing Advisors Deutschland)
Immobilienfinanzierer · Clifford Tjiok
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