Politik & Regulierung

Allianz-Chefökonom kritisiert EZB-Beschluss

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der erste, wenn auch zögerliche Schritt der Europäischen Zentralbank (EZB) weg von ihrer lockeren Geldpolitik steht in Kritik der Versicherer. Zwar begrüßt Michael Heise, Allianz, dass die EZB ihren Anleihenhunger mit 30 Mrd. Euro ab Januar 2018 halbiert, doch steht der Chefökonom quer mit den Währungshütern. Laurent Clavel, Makro-Chefanalyst bei Axa IM, wagt hingegen schon eine Prognose auf Basis der neuen Lage.
"Der Beschluss der Europäischen Zentralbank, das Anleihekauf-programm über das Jahresende 2017 hinaus bis weit in das Jahr 2018 hinein zu verlängern, sehen wir kritisch", schreibt Michael Heise in einer Stellungnahme zur jüngsten EZB-Ratssitzung. Dem Markt die Staatsanleihen ab 2018 monatlich nur noch in Höhe von 30 statt wie bisher in 60 Mrd. Euro zu entziehen, gehe in die "richtige Richtung". Den angekündigten Anleihenankauf über weitere neun Monate bezeichnet Heise jedoch als "viel zu expansiv".
Die Inflation, der heilige Gral der EZB, werde unabhängig von den geldpolitischen Maßnahmen ohnehin größer. Die gute Konjunktur und die sinkende Arbeitslosigkeit trieben, so die Prognose von Heises Team, die Lohnstückkosten von derzeit einem auf zwei Prozent. Dies erzeuge schließlich einen Inflationsdruck.

Zweifel an der Zinswende

Durch die erneute Verlängerung des Ankaufprogramms werde das aktuelle Zinstief fortgeschrieben. "Jedenfalls betont die EZB bisher, dass die Leitzinsen weit über den Zeithorizont des Nettoerwerbs von Vermögenswerten hinaus auf ihrem aktuellen Niveau bleiben werden. Auch dies sehen wir kritisch", schreibt Heise.
Laurant Clavel von der AXA Investment Managers (IM) erwartet hingegen, dass die Notenbänker nach September 2018 weiter und langsam aus der lockeren Geldpolitik schleichen werden. Mit einer ersten "Normalisierung" des Zinssatzes rechnet der französische Makroökonom jedoch nicht vor Mitte 2019. (vwh/de)
Bild: Michael Heise, Chefökonom der Allianz (Quelle: Allianz)
EZB · Allianz · Niedrigzinspolitik · europäische Geldpolitik · Axa IM
Auch interessant
Zurück
09.05.2019VWheute
GDV fordert von EZB " Rück­kehr zur konven­tio­nellen Geld­po­litik" Regelmäßig kritisiert der GDV die Entscheidungen der EZB. Insbesondere deren Chef…
GDV fordert von EZB " Rück­kehr zur konven­tio­nellen Geld­po­litik"
Regelmäßig kritisiert der GDV die Entscheidungen der EZB. Insbesondere deren Chef Mario Draghi ist in Berlin nicht gut gelitten. Gebetsmühlenartig fordert der Verband eine Abkehr von der Nullzinspolitik. …
13.03.2019VWheute
Allianz-Chef­ökonom Heise will Steu­er­re­form à la Trump Wohl niemand zahlt gerne Steuern. Dass sie nötig sind, wird allerdings kein vernunftbegabter…
Allianz-Chef­ökonom Heise will Steu­er­re­form à la Trump
Wohl niemand zahlt gerne Steuern. Dass sie nötig sind, wird allerdings kein vernunftbegabter Mensch bestreiten. Für Allianz-Volkswirt Michael Heise ist die richtige Prioritätensetzung bei der Steuererhebung wichtig, als …
17.01.2019VWheute
Bafin-Präsi­dent Hufeld sieht akuten Hand­lungs­be­darf bei Pensi­ons­kassen Für Bafin-Präsident Felix Hufeld sieht in der Niedrigzinsphase …
Bafin-Präsi­dent Hufeld sieht akuten Hand­lungs­be­darf bei Pensi­ons­kassen
Für Bafin-Präsident Felix Hufeld sieht in der Niedrigzinsphase weiterhin ein erhebliches Risiko für die Versicherer und inbesondere die Pensionskassen. So hätten die niedrigen Zinsen den deutschen …
21.12.2018VWheute
Allianz-Chef­ökonom: Hohe Zuwan­de­rung von Asyl­su­chenden hat über stei­gende Staats­aus­gaben zu zusätz­li­cher Nach­frage geführt Die deutsche …
Allianz-Chef­ökonom: Hohe Zuwan­de­rung von Asyl­su­chenden hat über stei­gende Staats­aus­gaben zu zusätz­li­cher Nach­frage geführt
Die deutsche Wirtschaft sieht sich zum Ende des Jahres mit einem herausfordernden internationalen Umfeld konfrontiert. Global hat sich die …
Weiter