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Stürme kosten Munich Re den gesamten Jahresgewinn

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Zum Ende des Rückversicherungstreffens liefert Munich Re die vom Markt ersehnte Schaden-Schätzung: Auf 3,2 Mrd. Euro beläuft sich für die Nummer 2 der Rückversicherung die Gesamtbelastung im dritten Quartal. Für das Jahr hatten die Münchener 2,0 bis 2,4 Mrd. Euro Gewinn angepeilt. Doch den Verlust bewirken nicht nur die Großschäden. Das Aktienrückkaufprogramm stoppen wollen die Münchener allerdings nicht.
Allein durch Harvey, Irma und Maria, den mächtigen Wirbelstürme des dritten Quartals, entstehen Munich Re nach einer ersten, ungenauen Schätzung rund 2,7 Mrd. Euro. Das Erdbeben in Mexiko sowie menschengemachte Schäden steigern die Gesamtbelastung aus Großschäden für den Münchener Konzern auf 3,2 Mrd. Euro.
"Hohe Schäden durch schwere Naturkatastrophen gehören zu unserem Geschäft", sagt Finanzvorstand Jörg Schneider. Kapazitäten zurückschrauben werde Munich Re deshalb nicht. Vorstandsmitglied Herman Pohlchristoph hatte dies bereits in Baden-Baden angekündigt.
Chance auf Wachstum
Doch den Rückversicherungsriesen ficht das nicht an: "Unsere Kapitalbasis bleibt sehr stark", betont CFO Schneider. "Zudem verfügt Munich Re über genügend Kapital, um die sich in dieser außergewöhnlichen Situation bietenden Chancen auf profitables Wachstum zu nutzen." Und doch muss der Rückversicherer seine Gewinnwarnung aus dem August wahrmachen: Das dritte Quartal endet mit einem Verlust von 1,4 Mrd. Euro.
Die Großschäden allein ziehen Munich Re nicht in die Verlustzone, daneben sorgte ein wie erwartet nur "gering positives Ergebnis" bei Tochter Ergo und negative IFRS-Effekte aufgrund der Ablösung eines Lebensrückversicherungsvertrags für das Minus. Einen Verlust auf das ganze Jahr bezogen musste Munich Re zuletzt im Jahr 2003 hinnehmen, informiert das Unternehmen. Für 2017 rechne man mit einem "kleinen Gewinn".
Aktien-Rückkauf geht weiter
Das laufende Rückkaufprogramm für eigene Aktien werde planmäßig bis zur Hauptversammlung 2018 fortgesetzt, informiert Munich Re. Bis zum 24. Oktober habe der Versicherer rund 2,7 Mio. Stück der eigenen Aktien zu einer Gesamtsumme von 485 Mio. Euro zurückgekauft. Billiger dürfte der Rückkauf für Munich Re nicht werden: Die Börse reagierte gelassen auf das Einlösen der Gewinnwarnung, der Kurs der Aktie nähert sich vielmehr dem 21-Monats-Hoch von 190 Euro aus dem April (vwh/de)
Bildquelle: Martin Günther/ PIXELIO/ www.pixelio.de
Munich Re · Quartalsergebnis
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