Märkte & Vertrieb

Kfz: Ersatzteile treiben Kosten und Prämien nach oben

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Zehn Prozent innerhalb von eineinhalb Jahren gestiegen sind die Kosten für Auto-Ersatzteile, das zeigt eine aktuelle Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Mit Blick auf die gebuchten Bruttoprämien stellt Andreas Kelb, Bereichsleiter bei der Hannover Rück, jedoch fest: Der Wachstumstrend ist ungebrochen und wird sich fortsetzen.
Um 40 Prozent teurer sind heute Rückleuchten als noch vor vier Jahren. Die zweithöchste Teuerung erleben Kofferraumklappen: 29 Prozent höher ist deren Durchschnittspreis im gleichen Zeitraum geklettert, meldet der GDV und bezieht sich auf Zahlen von Insurance Europe. Dem heftigen Anstieg bei den Auto-Ersatzeilen steht eine nur geringe Inflation entgegen, diese stieg innerhalb der letzten vier Jahre nur um 3,5 Prozent.
Die Preise steigen, weil deutlich mehr Sensoren und Elektronik in Stoßstangen und anderen Ersatzteilen verbaut als noch vor ein paar Jahren, erklärt Andreas Kelb, bei der Hannover Rück für den deutschen KFZ-Markt zuständig. Die Kunden müssten die Ersatzteile zunehmend beim Originalhersteller beziehen. Die E+S weiß wovon sie spricht, schließlich stellen die Hannoveraner für rund 60 Prozent der Kfz-Haftpflichtversicherer Kapazitäten zur Verfügung.
Werkstattbindung greift nicht
"Im Jahr 2013 kostete die Kfz-Haftpflichtversicherer ein Pkw-Sachschaden im Schnitt noch rund 2.400 Euro", sagt Jörg Schult, Leiter Kraftfahrt-Statistik im GDV. "In diesem Jahr könnten wir schon die Marke von 2.700 Euro reißen." Die Kosten wieder einfangen sollen unter anderem Werkstattbindungstarife, diese erreichen jedoch nicht alle: Bei Marktführer Huk wartet ein Netzwerk von rund 1.500 Partnerwerkstätten auf die "Kasko Select"-Versicherten. Allerdings stellen diese mit 30 bis 40 Prozent nur eine Minderheit unter den Huk-Kunden, erklärt E+S-Mann Kelb.
Die Bruttobeiträge in der Kfz-Haftpflicht wachsen stärker als der Fahrzeugbestand: Im ersten Halbjahr 2017 stiegen die Prämien Kelbs "vorsichtiger Schätzung" zufolge um 3,7 Prozent. Bis Ende des Jahres könnten es 4,2 Prozent sein, der Bestand soll jedoch nur um 1,7 Prozent wachsen. Für das Jahr 2018 prognostiziert E+S einen Anstieg auf 27,5 Mio. Euro bei 65 Mio. Fahrzeugen.
Kfz bleibt rentabel
Profitabel ist das Kfz-Geschäft, obschon der deutsche Markt zu den billigsten in Europa gehöre, für die deutschen Versicherer noch immer. Zwar sei sinkt das versicherungstechnische Ergebnis seit 2014, Kfz-Experte Kelb rechnet jedoch mit einer Stabilisierung auf einem Prozent der gebuchten Beiträge.
Für die Erneuerung in der nicht-proportionalen Kfz-Rückversicherung erwartet E+S einen leichten Anstieg im "mittleren einstelligen Prozentbereich", die Bedingungen des proportionalen Geschäfts werden sich stabilisieren, so die Prognose. (vwh/de)
Bildquellen: GDV, E+S, Rainer Sturm / PIXELIO / www.pixelio.de
GDV · Kfz-Haftpflichtversicherung · E+S
Auch interessant
Zurück
08.08.2018VWheute
Verbrau­cher­schützer fordern Provi­si­ons­de­ckel von 1,5 Prozent Der Bund der Versicherten (BdV) hat sich in die Diskussionen über einen …
Verbrau­cher­schützer fordern Provi­si­ons­de­ckel von 1,5 Prozent
Der Bund der Versicherten (BdV) hat sich in die Diskussionen über einen Provisionsdeckel beim Vertrieb von Lebensversicherungen eingeschaltet. In einer Stellungnahme für das Finanzministerium und den …
17.03.2017VWheute
"Versi­cherer treiben vorsätz­lich Prämien in die Höhe" Die älter werdende Bevölkerung erschwert die Altersvorsorge – ein alter Hut. Neu ist, dass der…
"Versi­cherer treiben vorsätz­lich Prämien in die Höhe"
Die älter werdende Bevölkerung erschwert die Altersvorsorge – ein alter Hut. Neu ist, dass der Bund der Versicherten der Versicherungsbranche eine vorsätzliche Verschärfung der Situation vorwirft. Die Versicherer würden …
26.01.2017VWheute
Fonds Kongress: Mekka der Trump-Domp­teure Mannheim ist wieder Europas Metropole der Investmentbranche. Auch dort ist der Trump-Effekt zu spüren. …
Fonds Kongress: Mekka der Trump-Domp­teure
Mannheim ist wieder Europas Metropole der Investmentbranche. Auch dort ist der Trump-Effekt zu spüren. Ethna-Fondsmanager Luca Pesarini: "Das Jobwunder in den USA wird ausbleiben, denn die Trump-Branchen wie Bau und produzierendes …
09.11.2016VWheute
Hoch­tech­ni­sierte Autos können Scha­den­kosten treiben "Elektrische Antriebstechnologie verändert nicht das grundsätzliche Risikoprofil eines Autos"…
Hoch­tech­ni­sierte Autos können Scha­den­kosten treiben
"Elektrische Antriebstechnologie verändert nicht das grundsätzliche Risikoprofil eines Autos", glaubt Werner Rapberger von Accenture. Dennoch sollten sich die Versicherer mit den neuen Technologien beschäftigen, "um …
Weiter