Köpfe & Positionen

Lloyd's-CEO Beale: Kosten für Brexit sind vernachlässigbar

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der EU-Austritt Großbritanniens macht sich auch bei den Versicherern deutlich bemerkbar. Den Versicherungsmarkt Lloyd's kostet der Brexit nicht nur Geld, sondern vor allem Zeit. "Die größte Belastung ist nicht die finanzielle, sondern die Art und Weise, wie dieses Thema unser Management im Beschlag nimmt", betont Inga Beale gegenüber dem Handelsblatt.
"Allein 20 Prozent meiner Zeit muss ich inzwischen Fragen im Zusammenhang mit dem Brexit widmen: Treffen, Präsentationen, so etwas", erläutert die Lloyd's-Chefin. Die drohenden finanziellen Verluste sieht sie hingegen eher gelassen: "Es kostet uns Geld, keine Frage. Aber im Vergleich zu den Summen, die unsere Umsätze in der EU ausmachen, ist es vernachlässigbar und liegt im Promillebereich".
Wesentlich mehr Kopfzerbrechen bereiten Beale hingegen die Hurrikanschäden in den USA und der Karibik. Denn "weifellos war 2017 ein Jahr mit zwei sehr unterschiedlichen Hälften. Das erste Halbjahr war ungewöhnlich schadensarm, doch die zweite Hälfte hat das alles schon jetzt wieder wettgemacht – und das Jahr ist noch nicht einmal zu Ende. Das wird sicher auch Einfluss auf unser Ergebnis haben", prognostiziert die Lloyd's-Chefin.
Mit Blick auf die Rückversicherer gibt sich Beale hingegen nur verhalten optimistisch: "enn Sie sich diesen riesigen Markt anschauen, dann stellen Sie fest, dass sich die Welt der Versicherer verändert. Wir werden dieses Jahr den größten Börsengang eines rein digitalen Versicherers in Hongkong erleben – und deshalb sollten wir nicht glauben, dass die Welt einfach so bleibt, wie wir sie kennen. Ich denke, die Dynamik, wie Rückversicherer und ihre Kunden zusammenarbeiten, ist dabei, sich fundamental zu verändern", erläutert sie im Interview. (vwh/td)
Bild: Inga Beale (Quelle: Lloyd's)
Lloyd's · Inga Beale
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