Märkte & Vertrieb

Kommt mit IDD eine Prozesslawine?

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Ab 23. Februar erfolgt die Scharfstellung der Vermittlerrichtlinie IDD. Früher unter der Abkürzung IMD2 bekannt, wird aus der Versicherungsvermittlerrichtlinie 2 nun die Versicherungsvertriebsrichtlinie bzw. die Insurance Distribution Directive, kurz IDD. Wie weit die Umsetzung gediehen ist, beleuchtet Ingo Weckmann von Taylor Wessing und steht im VWheuteTV-Interview Rede und Antwort.
Das IDD-Umsetzungsgesetz wurde bereits im Bundesgesetzblatt veröffentlicht, damit steht dem Inkrafttreten auf nationaler Ebene nichts mehr im Wege, allerdings fehlen auf europäischer Ebene noch einige Rechtsetzungsakte. Das erklärte Weckmann, bei Taylor Wessing Versicherungsrechtsexperte, in seinem Vortrag "IDD - aktuelle Bestandsaufnahme" auf dem 12. International Insurance Day in München. "Ein Minenfeld droht den Vermittlern" im Zuge der Umsetzung zwar nicht, ist sich Weckmann sicher, aber Herausforderungen bestehen durchaus. Zum Beispiel wenn man bedenkt, dass das Fernabsatzprivileg in Zukunft wegfallen wird, mit entsprechenden Auswirkungen auf das Onlinegeschäft.

Rechtliche Probleme drohen

Im praktischen Tagesgeschäft wird sich aber nicht allzu viel ändern, ist sich der Jurist sicher, denn allein die Dynamik der Digitalisierung sorge hier für Innovationen, die IDD lediglich gesetzgeberisch und kundennah zu bündeln versucht. Kritisch sieht Weckmann. allerdings "juristisch weiche Formulierungen" im Gesetzestext, die möglicherweise erst vor Gericht zwischen Versicherungsunternehmen und Vermittlern geklärt und konkretisiert werden können. Probleme könnte es auch bei der Anpassung beziehungsweise Neuformulierung der Vermittlerverträge geben. Denn wenn einzelne Vermittler die neuen Regeln nicht akzeptieren, bleibt die alte Vertragslage weiter bestehen. Wie gravierend die Konsequenzen für alle Beteiligten sein werden, wenn ab Ende Februar 2018 statt IMD2 dann das Regime von IDD in Kraft tritt, beantwortet Weckmann im VWheuteTV-Interview:
Neue Pflichten
Die neuen gesetzlichen Regelungen durch IDD schaffen neue Anforderungen für den Vertrieb von Versicherungen. Davon betroffen sind zum Beispiel die Provisionsregelungen, die Regelung zur Stornohaftung und die Vereinbarung von qualitativen Anknüpfungspunkten einer Vergütung, also die Vermeidung von Anreizen, ein nicht bedarfsgerechtes Produkt zu empfehlen. Darüber hinaus erfordern die Regelungen neue Qualifikation an den Vertrieb, zum Beispiel Sachkundenachweis, und Fortbildungen, sowie Vorgaben für die Ausgestaltung von Produktinformationsblättern, interne Produktgenehmigungsverfahren und ein Verbot von Querverkäufen, wie Weckmann in seiner Ausführung unterstrich. (vwh/ak)
Bild: Auf dem 12. International Insurance Day bei Taylor Wessing in München warfen Experten einen Blick in die Zukunft. (Quelle: Alexander Kaspar)
Vertrieb · IDD · Taylor Wessing · International Insurance Day in München
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