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Hurrikans wirbeln Versicherern Geld aus der Tasche

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Rückversicherer bekommen sukzessive die Wirbelsturmrechnung präsentiert – und die zeigt viele Nullen. Die Swiss Re rechnet nach vorläufigen Schätzungen eine Schadenbelastung von rund 3,6 Mrd. US-Dollar – inklusive Erdbebenschäden in Mexiko. Auch andere Versicherer ziehen eine Bilanz der bisherigen Hurrikan-Saison und präsentieren teils noch höhere Zahlen.
Lloyd's nimmt den Spitzenplatz bei den eigenen Schäden ein, die Kosten der Hurrikans werden auf 4,5 Mrd. US-Dollar geschätzt. Es folgt mit einer aktuellen Einschätzung die Zurich (3,6 Mrd. US-Dollar nach Retrozession und vor Steuern) und AIG mit 3,1 Mrd. US-Dollar. Besser kommen die Zurich und Scor mit 700 - und 430 Mio. US-Dollar davon.
Herausgerechnet sind bei der Zurich die Schäden, die an Rückversicherer weitergegeben worden sind. Somit bleibt nach Unternehmensschätzung eine Eigenbelastung von 620 Mio. US-Dollar. Vorstandschef Mario Greco beruhigte, der Schaden läge "deutlich innerhalb unserer Gesamtrisikotoleranz".
Ähnlich äußerte sich die härter getroffene Swiss Re. David Cole, Finanzvorstand des Schweizer Rückversicherers, erklärt: "Unsere Kapitalausstattung und unsere hohe finanzielle Flexibilität ermöglichen es uns, unsere Kunden zu unterstützten, auf Marktentwicklungen zu reagieren und die eigenen Prioritäten im Kapitalmanagement weiter zu verfolgen."
Die Schäden haben Folgen. Die Munich Re hatte wegen der Schäden Fragezeichen hinter ihre Gewinnprognosen gesetzt, ebenso die Talanx mit ihrer Tochter Hannover Rück.
Es ist keineswegs ausgeschlossen, dass die Schadenhöhe wegen der Hurrikans noch steigen wird. Sowohl die Swiss- als auch die Hannover Re betonen, dass die Schadenschätzungen vorläufig und volatil sein. "Es gibt ein sehr hohes Maß an Unsicherheiten", fasst Hannover Re Vorstandschef Ulrich Wallin zusammen. Die Kapitaldecke der Hannover Rück werde aber nur "im Extremfall" angetastet.

Gesamtschäden unklar, Preise steigen

Werden die oben genannten Schäden von Hurrikans und Erdbeben addiert, bleibt immer noch eine gewaltige Kluft zu den prognostizierten Gesamtschäden.Unabhängige Experten kalkulieren eine Spanne zwischen 50 und 183 Mrd. US-Dollar. Zurich und Scor rechnen mit 95 Mrd. US-Dollar an Gesamtschäden durch Stürme und Beben. Das hat aber nicht nur Nachteile.
Wallin glaubt, dass die Katastrophen steigende Beiträge zur Folge haben werden: "Wir können günstigere Rahmenbedingungen erwarten", ließ er die Zuhörer kürzlich auf einem Investorentag in Frankfurt wissen. Wallin lässt sich bei seiner Einschätzung von der Vergangenheit leiten, denn nach den mit Naturkatastrophen gespickten Jahren 2005 und 2011 zogen die Preise deutlich an. In den betroffenen Gebieten in Florida rechnen die Hannoveraner mit Preissteigerungen von bis zu 50 Prozent, in anderen Gebieten von fünf Prozent.
Eine weitere gute Meldung für die Versicherer: Hurrikans wie im Jahr 2017 gibt es laut Experten nur alle 250 bis 300 Jahre. (vwh/mv)
Bild: Hurrikans und ihre Schäden (Quelle: W. Broemme / PIXELIO / www.pixelio.de)
Zurich · Swiss Re · Erdbeben · Hurrikan · Hannover Re
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