Köpfe & Positionen

Hannover Rück will raus aus dem amerikanischen LV-Markt

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Sanierung des Geschäfts mit amerikanischen Lebensversicherungen wird teurer als gedacht. Auf einem Investorentag sprach Ulrich Wallin, Vorstandschef der Hannover Re, von einem Rauskaufen aus dem Geschäft, was allerdings deutlich teurer werde als gedacht. Das Unternehmen selbst äußert sich auf Nachfrage von VWheute ebenfalls.
Das Geschäft hatten die Hannoveraner größtenteils im Jahr 2009 zugekauft, es entwickelte sich nicht wie gewünscht, da die Amerikaner das ihnen zugerechnete Lebensalter oft nicht erreichen. Ursächlich dafür seien besonders Selbstmorde und Drogentote sein. Die Hannover Rück will jetzt mit den Versicherern auf dem amerikanischen Markt nachverhandeln und höhere Preise durchsetzen. Das Herauskaufen aus den Verträgen sei ebenfalls eine Option. Diese Möglichkeit werde "in diesem Jahr eher 150 als 100 Mio. Euro kosten", kalkuliert Wallin.
Auf Nachfrage von VWheute erklärt das Unternehmen: "Ja, es ist richtig, Teile unseres US-amerikanischen Mortalitätsgeschäfts sind durch eine über den Erwartungen liegenden Sterblichkeit gekennzeichnet. Betroffen hiervon sind ältere Zeichnungsjahre eines Geschäftsblocks, den die Hannover Rück 2009 übernommen hatte. So ist aus der Ablösung von Verträgen im dritten Quartal 2017 mit einer Ergebnisbelastung von rund 50 Mio. US-Dollar zu rechnen. Um die Ergebnisbelastung zukünftig zu reduzieren, setzen wir unsere intensiven Bestandsmanagement-Aktivitäten auch im Jahr 2018 fort."
Die Hannoveraner kämpfen derzeit mehrere Schlachten, müssen sie doch ebenfalls mit den Schäden durch die Hurrikans in der Karibik und dem Erdbeben in Mexiko auseinandersetzen (siehe SCHLAGLICHT). (vwh/mv)
Bild: Ullrich Wallin, Vorstandschef der Hannover Rück (Quelle: Hannover Re)
Lebensversicherungsmarkt · USA · Hannover Re · Ulrich Wallin
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