Köpfe & Positionen

Heinz: "Check24 setzt Urteil nicht ausreichend um"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Streit zwischen dem Vergleichsportal Check24 und dem Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) beschäftigt weiter die Juristen. "Wir pochen vor dem Landgericht München I auf Vollstreckung des Urteils vom April 2017, weil Check24 das rechtskräftige Urteil des Oberlandesgerichts München aus unserer Sicht immer noch nicht ausreichend umsetzt", lautet die Forderung von BVK-Präsident Michael H. Heinz.
So gebe sich Check24 "auf seinem Online-Portal gegenüber seinen Kunden nach wie vor nicht klar genug als Makler zu erkennen, der für seine Arbeit Provisionen kassiert", kritisiert der Verbandschef. Demnach wolle der BVK gerichtlich klären lassen, "ob Check24 gegen das OLG-Urteil vom April verstößt, was dann mit der Verhängung eines Ordnungsgeldes gegen das Online-Portal geahndet werden könnte".
"Weil Check24 nach wie vor nicht die vom OLG München gesetzten Regeln einhalten will, die ja auch für stationäre Vermittler gelten, beantragen wir jetzt die Vollstreckung des Urteils. Wir pochen auf eine vollständige Gleichbehandlung von Online- und Offline-Vermittlern", betont Heinz.

BVK-Chef beruft sich auf GDV-Verhaltenskodex

"Wir halten diese Verletzung von wichtigen Informationspflichten auch im Hinblick auf die Erfüllung des Verhaltenskodex des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für den Vertrieb für äußerst problematisch. Schließlich haben sich die dort vertretenen Versicherer verpflichtet, prinzipiell nur mit solchen Maklern zusammenzuarbeiten, die diesen Verhaltenskodex auch einhalten und erfüllen", ergänzt der BVK-Chef.
"Dies ist bei Check24 nach unserer festen Überzeugung bis heute aber nicht der Fall. Deshalb müssen sich die betroffenen Versicherer schon fragen lassen, warum sie weiterhin über Check24 ihre Produkte vermitteln lassen, obwohl dieses Unternehmen den von ihnen beschlossenen Verhaltenskodex fortwährend verletzt. Hier bewegen sich die betroffenen Versicherer auf sehr dünnem Eis", erläutert Heinz.

Vergleichsportal geht in die Gegenoffensive

Bereits am Wochenende hatte Check24 zur Offensive auf den BVK geblasen. "Der BVK agiert scheinheilig und unaufrichtig. Es geht ihm offensichtlich nicht um Verbraucherschutz, sondern um polemisierende Kritik am Geschäftsmodell Vergleichsportal", heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. So habe man "die vom Gericht geforderte, veränderte Darstellung der sogenannten Erstinformation korrekt umgesetzt", heißt es in einer Stellungnahme von Check24. (vwh/td)
Bild: Michael H. Heinz (Quelle: BVK)
BVK · Check24 · Michael H. Heinz
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