Unternehmen & Management

Axa schafft neuen "Heimathafen" Hamburg

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Krawattenlos und per Du im Kollegenkreis stellten Axa-Vorstandschef Alexander Vollert und der zuständige Projektleiter Oliver Eske vor der Presse in Hamburg die "Arbeitswelt der Zukunft" des Versicherers vor. Vor sechs Wochen wurde hier laut Vollert "the place to be" geschaffen. Die Hansestadt ist der erste Standort, an dem das Konzept der "New Way of Working" (NWoW) umgesetzt wurde. Bis 2020 sollen alle Standorte umgestaltet werden.
Das Besondere an dieser "Versicherung der Zukunft" ist, dass kein Mitarbeiter bis hinauf zum Vorstand mehr einen eigenen Schreibtisch oder gar ein angestammtes Büro hat. Jeder verfügt über einen eigenen Laptop, den er überall im Haus und auf der Terrasse einstöpseln und an das WLAN-Netz anschließen kann. Auch klassische Telefone gibt es nicht mehr, man kommuniziert per Skype.
Jeder Mitarbeiter kann sich jederzeit den Arbeitsplatz suchen, der ihm aktuell gerade gefällt oder alternativ eine Runde Basketball spielen, an der Küchenbar Kaffee trinken oder sich in einen kleinen Raum zum Nickerchen zurückziehen. Dazu gibt es offene Raumkonzepte, bei denen aber auf eine gute Geräuschisolierung geachtet wurde, wie Eske hervorhob. Hinzu kommen individuelle Arbeits- und Kreativflächen.
Die Kernarbeitszeit reicht von 6 bis 20 Uhr, nach Feierabend kann jeder Mitarbeiter den firmeneigenen Laptop in sein Schließfach einschließen oder auch mit nach Hause nehmen. Und auch an die Extrafächer für den Fahrradhelm und die Winterstiefel wurde gedacht.

Axa setzt auf flexiblere Arbeitszeiten

Eine weitere Neuerung ist, dass im Quartalsdurchschnitt jeder Mitarbeiter zwei Tage pro Woche im Home-Office arbeiten kann, sofern die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Dies ermöglicht es auch beispielweise Eltern zuhause zu bleiben, wenn ein Kind erkrankt ist. Wie das im Einzelnen gestaltet wird, entscheiden die vier- bis 30-köpfigen Teams unter sich, betont Vollert.
Die Neuerungen haben für den Axa-Chef in erster Linie auch einen rationalen Kern. So können nicht zuletzt durch die Möglichkeit des Home-Office die Flächen effizienter genutzt werden, es gibt keine tagelang leerstehenden Büros mehr. Faktisch wurde im neuen Gebäude die Anzahl der Büroarbeitsplätze im Vergleich zu den bisherigen Gebäuden, in denen die Axa saß, fast halbiert, stellte Christian Riekel, Personalleiter für Hamburg, fest
Trotzdem reiche der Platz für alle: Die äußere Mobilität soll die Mitarbeiter auch innerlich flexibler machen und sie motivieren, schneller Entscheidungen zu treffen und kundenorientierte Lösungen zu finden, die von den ausgetretenen Pfaden des Denkens in Versicherungsgesellschaften abweichen. Einzig bei den Führungskräften mussten teilweise Vorbehalte gegen diese neue Offenheit abgebaut werden, räumte Vollert ein.
Im Vorfeld hat sich die Axa bei anderen Unternehmen umgesehen, die diesen neuen Stil des Arbeitens bereits praktizieren – nicht ohne Grund nannte Eske dabei vor allem Microsoft und Google, also Firmen, die zu den bevorzugten künftigen Arbeitgebern von jungen Menschen gehören. Denn natürlich will sich die Axa damit auch als attraktiver Arbeitgeber für den Nachwuchs profilieren und dem eher verstaubten Image der Branche entgegenwirken. (sgk)
Bild: Axa-Vorstandschef Alexander Vollert stellt in Hamburg die "Arbeitswelt der Zukunft" vor. (Quelle: sgk)
Axa · Alexander Vollert
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