Politik & Regulierung

Versicherer klären Betrugskette in Autowerkstatt auf

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
In Bayern hat eine Werkstatt wohl in mehr als 50 Fällen Versicherer betrogen. Der Schaden ist verhältnismäßig gering, die kriminelle Energie beachtlich, prellten Werkstatt und Kunden die Versicherer doch gemeinschaftlich. Der Fall wirft ein Licht auf die Akzeptanz von Versicherungsbetrug, immerhin 15 Prozent der Deutschen sind nicht abgeneigt.
In dem vorliegenden Fall in Maxhütte-Haidhof hat eine Werkstatt Reparaturen an Fahrzeugen fälschlicherweise als Teilkaskoschäden abgerechnet. Es soll sich um mindestens 50 Fälle handeln und einem fünfstelligen Schaden nach sich gezogen haben. Ein aufmerksamer Versicherer brachte mit einer Anzeige die Ermittlung ins Rollen, was zu einjährigen Ermittlungen, 53 Dursuchungen und 15 sichergestellten Fahrzeugen mit anschließender Begutachtung führte. Kunden und Werkstattinhaber müssen sich wohl bald einem Prozess stellen.

Fünf Prozent betrügen ihre Versicherung

Das einige Versicherungsnehmer einem Betrug nicht abgeneigt sind, ist keine Neuheit. Fünf Prozent haben es schon getan, weitere zehn Prozent schließen es nicht aus, wie diese Infografik von Yougov und Statista zeigt.

Zehn Prozent der Schadenanzeigen auffällig

Dazu passen Zahlen des GDV, der bei einer Untersuchung in rund neun Prozent der gemeldeten Schäden in der Kraftfahrt-, Haftpflicht- und Sachversicherung Widersprüche bemerkte. Natürlich sind nicht alle Auffälligkeiten in Anzeigen ein Betrugsversuch, allerdings werden "zehn Prozent der Schadenzahlungen von Betrügern gefordert", erklärt Roland Stoffels, Vorsitzender der Kommission Kriminalitätsbekämpfung im GDV.
Der Anteil dieser dubiosen Schäden beträgt in der Haftpflichtversicherung knapp 16 Prozent, in der Sachversicherung etwa neun Prozent und in der Kraftfahrtversicherung rund sieben Prozent. Versicherungsbetrüger verursachen jedes Jahr einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von vier bis fünf Mrd. Euro, rechnen die Schaden- und Unfallversicherer vor.
Gut, dass es wie in vorliegendem Fall in Maxhütte-Haidhof viele aufmerksame Schadenmitarbeiter gibt, die Unregelmäßigkeiten zur Anzeige bringen und so die Versicherer und die ehrlichen Kunden vor Schäden bewahren. (vwh/mv)
Bild: Autowerkstatt (Quelle: SuRom / PIXELIO / www.pixelio.de)
GDV · Kfz-Versicherung · Versicherungsbetrug
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