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Strobl: "Baden-Württemberg bekommt eine Cyberwehr"

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Risiken durch das Netz nehmen zu. In Karlsruhe widmeten sich Experten aus Wirtschaft, Politik und Forschung den aktuellen IT-Gefahren. Thomas Strobl, Innenminister Baden-Württembergs, kündigte auf dem "Cyberwehr Gipfel" eine Cyberwehr für das Ländle und massive Investitionen in die digitale Infrastruktur an. Wie wird die digitale Kavallerieim Detail aufgestellt sein?
In einem bis auf den letzten Platz ausgefüllten Saal im Karlsruher ZKM hatten die Veranstalter ein illustreres Themen- und Gästeportfolio vorbereitet. So sprach Carl-Christian Buhr, Stellvertretender Kabinettschef, Kabinett der EU-Kommissarin Mariya Gabriel, über den Ausbau des Cyberschutzes in Europa.
In seinem Vortrag erläuterte Buhr, dass die momentanen IT-Sicherheitsvorkehrungen in Europa verdoppelt und in Athen gebündelt werden sollen. So sollen bei einem "mehrere Länder betreffenden" Anschlag wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um den "Schaden zu begrenzen" und Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Alle Mitglieder der EU sollen künftig "noch enger" zusammen arbeiten. Es besteht wohl auch bereits ein "blue print" für eine europaweite Zusammenarbeit im Bereich Cyberschutz. Die Umsetzung gestaltet sich allerdings kompliziert, denn es gibt bei 28 Mitgliedsstatten viel Gesprächsbedarf.
Zudem kostet Schutz Geld, weshalb die Finanzierung noch nicht finalisiert werden konnte. Generell werde in Europa viel zu wenig in den Cyberschutz investiert, das betreffe Wirtschaft ebenso wie Politik. In den Vereinigten Staaten sei das Problem wesentlich präsenter und Wirtschaft und Politik seien sich des Problems bewusst und würden entsprechend handeln.
Dass mangelnder Schutz tatsächlich ein Problem sein kann, erläuterte Florian Buzin, Geschäftsführer Starface, der einen Cyberangriff erleben musste und danach die Sicherheit kräftig aufstockte. Sein Tipp: Jedes halbe Jahr einen außenstehenden Experten konsultieren, der die eigene Abwehr auf die Probe stellt.

"Das sicherste IT-Land der Welt"

Mit einiger Verspätung traf der stellvertretenden Ministerpräsidenten Baden Württembergs, Thomas Strobl (CDU) ein, der im Bundesland unter anderem für die Digitalisierung zuständig ist. Er sprach in seiner Keynote besonders die Notwendigkeit von Investitionen in die digitale Infrastruktur an. Die stolze Summe von einer Mrd. Euro soll mit dem nächsten Haushalt in investiert werden.
Ganz Politiker sprach er bildhaft vom "letzten Schwarzwaldhof", der mit schnellem Internet ausgestattet werden müsse. Da nicht jeder "kleine Handwerksbetrieb" sich einen ausreichenden Cyberschutz leisten können, werde eine Cyberwehr eingerichtet. Das Bundesland soll das "sicherste IT-Land" auf der Welt werden.
Diese Wehr soll bei einem Angriff kontaktiert werden und wie eine "Feuerwehr 24-Stunden erreichbar sein". Die Einrichtung soll aus Behörden sowie einem Expertennetz der Wirtschaft bestehen und Ersthilfe, Vermittlung von Experten und Prävention bieten. Wann die Wehr errichtet wird, ließ Strobl offen, ebenso, ob Versicherer an dem Netz mitarbeiten werden. (mv)
Bilder: Maximilian Volz
Bild: Cyberwehr Gipfel (Quelle: Maximilian Volz)
Cyberschutz · Cyberwehr · Thomas Strobl
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