Märkte & Vertrieb

Private Unfallversicherung kämpft um Kunden

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die privaten Unfallversicherungen leiden unter starkem Preiswettbewerb und geringer Nachfrage. Daher dürfte der Bestand leicht sinken. So die Einschätzung der der Experten auf der diesjährigen MCC-Fachtagung Unfallversicherung in Düsseldorf. Die bisher lukrative private Unfallversicherung kämpft derzeit mit mannigfaltigen Probleme. Neben einem scharfen Wettbewerb, gibt es Schwierigkeiten mit teuren Schäden durch Senioren.
Sie müssen mit deutlichen Beitragserhöhungen rechnen. Zudem haben einige Versicherer die Police nun ganz neu erfunden. Die neue Art der Unfallversicherung zahlt alle Schäden auch bei kleinen Behinderungen, wie ein Haftpflichtversicherer. Anbieter sind derzeit Die Bayerische, die Ostangler Brandkasse und der Volkswohlbund. Gleichzeitig will die Berliner Lobby allen Unfallversicherern empfehlen ein Reha-Management in die Verträge aufzunehmen.
"Ein sehr guter Schritt", kommentiere dies Jörg Halm, Prokurist bei Reha Assist Deutschland GmbH und Leiter Vertrieb Personenversicherung bei der Deutsche Assistance. "Wir kommen so endlich weg von ausschließlichen Geldleistungen und hin zum persönlichen neutralen Kümmerer." Nach seiner Einschätzung kommt das Reha-Management in der Kfz-Versicherung häufig zu spät. "Der Betroffene liegt Krankenhaus, hat noch keinen Anwalt und wird erst sehr spät – wenn überhaupt – auf ein mögliches Reha-Management hingewiesen."
Das sei bei Reha-Management in der Unfallversicherung ganz anders. Hier würden die Betroffenen die Leistung, die versichert sind, auch abrufen. Im November 2017 wird der GDV auf seiner Fachtagung seinen Mitgliedern empfehlen Reha-Dienstleistungen in die Allgemeinen Bedingungen zur Unfallversicherung (AUB) zu integrieren. Den Nachfrageschwund resultiert nach Einschätzung der Experten auch daraus, dass die private Unfallversicherung für Verbraucher viel zu kompliziert ist.
Zudem raten viele Medien von einem Abschluss ab. Während es der Branche insgesamt noch gut geht, ist die Erfolgsspanne sehr unterschiedlich ausgeprägt. Eine ganze Reihe von Assekuranzen sollen schon negative Ergebnisse erzielen. "Wir müssen das Produkt stärker am Bedarf des Kunden entwickeln", forderte Roland Roider, Vorstand der Haftpflichtkasse, die Branche auf. So müsste der Unfallbegriff aus Kundensicht formuliert werden. (usk)
Bildquelle: Petra Bork / PIXELIO (www.pixelio.de)
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