Politik & Regulierung

Neue Studie: "Die Rente ist sicher"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Die Rente ist sicher" - die beinahe schon legendären Worte des früheren Bundesarbeitsministers Norbert Blüm haben mittlerweile neue Nahrung bekommen. Laut aktuellem Vorsorge-Atlas des Forschungszentrums Generationenverträge der Universität Freiburg im Auftrag von Union Investment sind die Deutschen gut versorgt, wenn sie die Möglichkeiten der Altersvorsorge auch nutzen.
Dies gelte vor allem für die gesetzliche Rente, die für rund 34 Millionen Deutsche auch in den nächsten Jahrzehnten ein sicherer und stabiler Grundpfeiler ihrer Altersvorsorge bleiben werde, konstatieren die Studienautoren. Denn damit erhalten die Versicherten im Durchschnitt eine monatliche Rente von 1.070 Euro, was einer Ersatzquote von rund 48 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens entspricht, heißt es in der Studie weiter. "Die Zahlen belegen die Stabilität des Vorsorgesystems über drei Schichten. Grundlegende Veränderungen sind nicht erforderlich", kommentiert Bernd Raffelhüschen, Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge.
Allerdings konstatieren die Studienautoren des aktuellen Vorsorgeatlas auch deutliche Unterschiede zwischen den Generationen. Während die 50- bis 65-Jährigen mit einer Ersatzquote von 64,1 Prozent alleine mit der GRV ihren Lebensstandard sichern können, kommen die 20- bis 34-Jährigen auf lediglich 38,6 Prozent. Sie benötigen daher etwa 800 Euro zusätzlich pro Monat und müssen aktiv werden. Zudem gebe es auch regional deutliche Unterschiede. Während die Menschen in den östlichen Bundesländern im Schnitt 53,4 Prozent ihres letzten Einkommens mit der GRV ersetzen können, sind es in Süddeutschland weniger als 48 Prozent, heißt es im Vorsorgeatlas weiter.
Darüber hinaus seien die Riester-Rente mit über 16 Millionen Verträgen in der zweiten Schicht am weitesten verbreitet, konstatieren die Studienautoren weiter. An zweiter Stelle stehe die betriebliche Altersvorsorge mit rund acht Millionen Verträgen. Dennoch sehen die Experten gerade bei der Riester-Rente noch Luft nach oben: "Insbesondere bei der Riester-Rente gibt es noch Möglichkeiten, die Akzeptanz zu erhöhen und die Verbreitung auszubauen", betont Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) sieht er zudem als wichtigen Meilenstein: "Die Anpassungen in der betrieblichen Altersvorsorge und der Riester-Rente waren richtig und notwendig. Sie stärken wesentlich das deutsche Vorsorgesystem".
Die dritte Säule der Altersvorsorge bilden laut Studie die privat angesparten Geld- und Immobilienvermögen. Diese ersetzen im Durchschnitt ein Viertel (26,1 Prozent) des Einkommens bei Renteneintritt. Verfügen Menschen über Ansprüche aus allen drei Schichten, können sie auf durchschnittlich 82,6 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens kommen.
"Die gesetzliche Rente bleibt über das Jahr 2030 die tragende Säule der Altersvorsorge. Aber erst die private Vorsorge sichert den Lebensstandard", fasst Raffelhüschen die Studienergebnisse zusammen. "Wir müssen es gemeinsam mit allen Beteiligten schaffen, dass die Menschen die vorhandenen Möglichkeiten des Rentensystems vollständig nutzten. Wer dies tut, muss keine Angst vor der Rente haben", ergänzt Reinke. (vwh/td)
Bildquelle: Uwe Schlick / PIXELIO (www.pixelio.de)
Grafikquelle: Union Investment
Vorsorgeatlas · Union Investment
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