Politik & Regulierung

"Xavier" kostet die Versicherer bis zu 200 Mio. Euro

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Sturm "Xavier" sorgt für Millionenschäden – auch bei Versicherern. So rechnet Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) bereits mit einem dreistelligen Millionenbetrag. Nachdem das Tief am Donnerstag mit großer Wucht über Deutschland gezogen war, sind die Aufräumarbeiten nun voll im Gange. Der Bahnverkehr im Norden kam kompkett zum erliegen und kommt erst allmählich wieder in Fahrt.
Auch am Tag nach "Xavier" blieben die wichtigsten Fernstrecken im deutschen Bahnverkehr gesperrt, darunter unter anderem die Strecken Hannover-Berlin, Hamburg-Berlin, Hamburg-Hannover und Hamburg-Kiel. Vor allem in Berlin und Brandenburg war "Xavier" eines der schwersten Unwetter in den letzten Jahrzehnten.
So war der S-Bahn-Verkehr in der Bundeshauptstadt durch die Nachwirkungen des Sturms am Freitag noch stark eingeschränkt. Zudem riefen die Einsatzkräfte wegen der Aufräumarbeiten wieder den Ausnahmezustand aus. Neben den Parks der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten blieben auch der Berliner Zoo und der Tierpark bleiben am Freitag wegen der Aufräumarbeiten geschlossen. In Brandenburg sowie Mecklenburg-Vorpommern waren zudem in vielen Orten die Stromversorgung unterbrochen. In Wilhelmshaven hat Sturmtief "Xavier" einen rund 1.000 Tonnen schweren Hafenkran aus den Angeln gehoben und ins Fahrwasser der Jade gestürzt.
Die Behörden gehen bislang von mindestens sieben Todesopfern durch "Xavier" aus, darunter allein vier in Brandenburg, sowie jeweils ein Todesopfer in Berlin, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Zudem registrierten die Behörden allein im Brandenburg 24 Verletzte durch zahlreiche Verkehrsunfälle.

Dreistelliger Millionenschaden für Versicherer

Die Versicherer hielten sich auf Anfrage von VWheute bislang noch mit Schadenschätzungen zurück. "Wir verzeichnen zurzeit verstärkt Anrufe, die im Zusammenhang mit dem gestrigen Sturm stehen. Das Schadenausmaß lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilen", betonte eine Sprecherin der HanseMerkur. Ähnlich äußerte sich auch die Provinzial Nordwest, die ebenfalls noch keine Zahlen zum Ausmaß der Schäden machen konnte. Besonders stark betroffen seien nach Angaben einer Sprecherin jedoch vor allem der Süden Schleswig-Holsteins und die Hansestadt Hamburg.
Die aktuarielle Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) rechnet bereits mit einem dreistelligen Schaden für die deutschen Versicherer. "Sturm Xavier wird die deutschen Versicherer mit rund 150 bis 200 Mio. Euro belasten. Herbststürme, die sich noch vor Mitte Oktober ereignen, sind in den letzten 50 Jahren nur wenige Male aufgetreten", schätzt Geschäftsführer Onnen Siems.
Das Sturmtief zog nach Angaben von Meyerthole Siems Kohlruss von der niedersächsischen Nordseeküste sehr rasch bis nach Brandenburg und weiter nach Polen. "Dabei wurden Böengeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern in einem nur etwa 100 Kilometern breiten Streifen erreicht, was das Schadenausmaß deutlich einschränkt. Allerdings lag auch Berlin in diesem Streifen, sodass die Bundeshauptstadt nach den Unwetterereignissen des Sommers wieder einmal betroffen war. Durch einen Verladekran, der in Wilhelmshafen umstürzte, ist ein Millionenschaden verursacht worden", betonen die Aktuare. (vwh/td)
Bild: Umgestürzter Hafenkran in Wilhelmshaven. (Quelle: dpa)
Sturmtief · "Xavier"
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