Märkte & Vertrieb

Deutsche Versicherer erobern Südamerika

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Ergo hat seit Oktober eine Repräsentanz in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota. Das Ziel ist die Sondierung möglicher Geschäftsmodelle in Lateinamerika. Damit ist die Ergo nicht alleine, denn auch die Talanx will langfristig in Südamerika Fuß fassen, wie Camillo Khadjavi, Mitglied des Vorstands der Talanx International AG, gegenüber VWheute erklärte. Und was plant die Allianz?
Für die Ergo stehen neben Kolumbien die Länder Brasilien und Mexiko im Fokus des Interesses. Für Lateinamerika ist ein Wachstum des Erstversicherungsmarktes um durchschnittlich vier Prozent pro Jahr in der Schaden-/Unfall-Versicherung sowie acht Prozent p.a. in der Lebensversicherung bis 2020 prognostiziert, schreibt die Ergo. Das Potenzial hat auch die Talanx erkannt und kürzlich die kolumbianische Generali Tochter Generali Colombia Seguros Generales S.A. sowie deren Tochtergesellschaft Generali Colombia Vida Compañia de Seguros S.A. übernommen.
Der Deal war nur folgerichtig, denn bereits vor dem Kauf zuvor sagte Khadjavi zum Markt in Südamerika: "Hier wächst mit der Erhöhung des Bruttosozialprodukts der Wohlstand und damit wird die Mittelschicht größer. So steigt der Bedarf für Versicherungsschutz, etwa im Kfz-Bereich. Großes Wachstumspotenzial sieht die Talanx-Gruppe in Lateinamerika auch für die Industrieversicherung."

Droht ein Kampf um Südamerika?

Rolf-Dieter Krahmer (60), der das Büro der Ergo in Bogota führen wird und zuvor sieben Jahre für die Munich Re in Kolumbien tätig war, kennt den Markt, die Möglichkeiten und die Konkurrenz. Das Geschäft in Südamerika wächst, ist aber hart umkämpft. Besonders Versicherer aus Brasilien sind auf dem Markt sehr präsent und erschweren internationalen Unternehmen das Geschäft.
Trotz der einheimischen Konkurrenz kann ein International auf dem Markt in Südamerika langfristig gut verdienen, wie der spanische Versicherer Mapfre zeigt, der in Latein- und Südamerika Geschäft tätigt und Steigerungen verzeichnen kann.
Die beiden deutschen Versicherer werden sich einheimischer und internationaler Konkurrenz erwehren müssen. Nicht ausgeschlossen, dass auch die Allianz sich verstärkt auf Südamerika ausrichten wird, schließlich wurde vor kurzem das internationale Geschäft neu strukturiert.
Grenzüberschreitend tätige Unternehmen jeder Größe sollen aus zentraler (Allianz) Hand eine Versicherungslösung für unterschiedliche Märkte erhalten können. Zudem sollen dabei "die speziellen Marktbedingungen und Risiken in den Einzelmärkten berücksichtigt werden".
Der Kampf um Südamerika dürfte spannend werden, schließlich sind drei absolute deutsche Schwergewichte mit internationalem Renommee angetreten, um in Südamerika dauerhaft zu bleiben und zu wachsen (vwh/mv)
Bild: Südamerika auf dem Erdball (Quelle: Dieter Schütz / PIXELIO / www.pixelio.de)
Allianz · Ergo · Südamerika · Talanx · Mapfre
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