Köpfe & Positionen

AIG-Deutschlandchef im Visier der Staatsanwaltschaft

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Dem Deutschlandchef von AIG Alexander Nagler steht Ärger ins Haus. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main ermittelt wegen Betrug und Untreue gegen ihn, einen Buchhalter und den früheren Deutschlandchef Ulrich Reinholdt. Es kam im Verlauf der Ermittlungen im Dezember 2016 zu Hausdursuchungen an zwei Standorten von AIG und in Naglers Privatwohnung.
Der Stein des Anstoßes sollen nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung Provisionen bei der Versicherung von US-Soldaten sein. Nach der Auflösung des "Military Business" im Jahr 2015 wurden viele Vermittler arbeitslos und die AIG habe sich bei den Ausgleichsansprüchen "eher stur" gezeigt.
Die verärgerten Ex-Vermittler beklagen zudem laut Bericht Unregelmäßigkeiten bei den Provisionsabrechnungen. Die Ansprüche der Verkäufer sollen zudem "kleingerechnet worden" und manch sechsstelliger Betrag sollen auf eine niedrige vierstellige Zahl geschmolzen sein.

Droht AIG ein Geld- und Imageverlust?

Die vermeintlichen Rechenkünste ließen einige Vermittler Klag einreichen. Laut SZ hätten diese "reichlich Material" gesammelt. Der Hintergrund des Betrugsvorwurfes sei der "generelle Verdacht", der Konzern habe "Provisionen unsauber abgerechnet".
Bekam ein Soldat beispielsweise eine Rückerstattung in der Kfz-Versicherung, erhielt er einen Scheck. Blieb dieser uneingelöst, verbuchte AIG den Betrag als Prämieneinnahme, kürzte aber die Provision des Vermittlers, erklären Insider.
AIG selbst wollte sich auf Anfrage von VWheute unter Berufung auf das laufende Verfahren nicht dazu äußern (vwh/mv)
Bild: Alexander Nagler (Quelle: AIG)
AIG · Betrug · Staatsanwaltschaft · Alexander Nagler
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