Köpfe & Positionen

Nolte: "Digital Factory ist der Motor für die Allianz"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Ich war in den vergangenen Jahren immer wieder im Silicon Valley, um zu lernen, wie man von der traditionellen Vorgehensweise zu neuen Methoden kommt", sagt Andreas Nolte, IT-Vorstand der Allianz Deutschland, im Interview mit dem Fachmagazin CIO. Er hat beim Besuch viel gelernt und will die Allianz mittels Öffnung nach außen verändern.
Das Nolte nicht nur wegen des Wetters in Kalifornien war, erklärt er gegenüber CIO: "Vor anderthalb Jahren haben wir uns entschieden, innerhalb der Allianz Deutschland eine Digital Factory aufzubauen, mit der wir den Change-Prozess vorantreiben können." Wichtig für die nötigen Veränderungen sei gewesen, dass der scheidende Vorstandschef Manfred Knof und das gesamte Management mit an Bord waren.
Verständnis für die Belange der IT war Voraussetzung für die Gründung der Digital Factory, die vor eineinhalb Jahren gegründet wurde die einen "radikalen Ansatz" aufweist. Nolte erläutert: "Die Digital Factory versteht sich ganz bewusst als Motor für die kundenorientierte Digitalisierung der gesamten Allianz Deutschland."
Wie in jedem Start-up steht der Kunde im Mittelpunkt oder neudeutsch, die "Customer Experience". Damit die Implementierung neuer Ideen funktioniert, wurden auch externe Kräfte mit eingebunden: "Wir haben wir vor zwei Jahren eine Firma unter das Dach der Allianz Deutschland geholt, die Kaiser X Labs, damals der deutsche Ableger der Design-Agentur Teague mit Sitz in Seattle."
Generell sieht Nolte die Öffnung nach außen für essentiell an, "es geht ums Lernen und um Partnerschaften. Deshalb müssen wir uns öffnen und unser Wissen durch Partnerschaften komplettieren."

Die Umsetzung von Ideen

Wie die Allianz Projekte vorantreibt, klingt modern. Projekte und Gewerke, das Endprodukt in manchen Softwareentwicklungsverträgen, werden nach der Lean-Startup-Methode entwickelt. Zunächst wird ein MVP, ein Produkt mit minimalen Anforderungen und Eigenschaften, definiert und innerhalb von einhundert Tagen implementiert. Dafür hat die Allianz ein Review-Board eingerichtet, "vor dem Startups mit ihrer Geschäftsidee auftreten und dafür pitchen müssen."
Die Teams bewerben sich also um das Geld, das ihnen im Erfolgsfall für 100 Tage zur Verfügung gestellt wird. Also weg von der romantischen Idee einer Bande von IT-Tüftlern, die von der heimischen Garage aus die Welt verändern und hin zu einem (internen) Wettbewerb zum Wohl der Kunden.

Kalifornien als Vorbild

Ebenso pragmatisch ist die Vorgehensweise bei der Programmierung. Ein bestehendes und funktionierendes Schema wurde aus Kalifornien nach München importiert. "Im Grunde genommen haben wir den Prozess, wie programmiert wird, stark an Pivotal angelehnt. Wir haben verschiedene Ansätze verglichen und den Eindruck gewonnen, dass das die beste Art und Weise ist, Software zu entwickeln", erklärt Nolte. So einfach kann IT sein. (vwh/mv)
Bild: Andreas Nolte (Quelle: Allianz)
Allianz · IT · Andreas Nolte
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