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Allianz-Managerinnen verdienen mehr

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Gleichberechtigung ist ein hohes Gut in Deutschland - bis auf die Bezahlung. Statistischen Angaben zufolge verdienen Frauen durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer. Eine Studie von Ernst & Young unter den 30 Dax-Konzernen kommt jedoch nun zu einem ganz anderen durchaus überraschenden Ergebnis: 2016 verdienten weibliche Vorstände fünf Prozent mehr als ihre männlichen Kollegen.
Demnach haben die Experten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft herausgefunden, dass die Gesamtdirektvergütung der männlichen Vorstandsmitglieder ohne CEOs zwischen 2013 und 2016 mit durchschnittlich 2,86 Millionen Euro auf konstantem Niveau. Im gleichen Zeitraum legte die durchschnittliche Gesamtdirektvergütung der weiblichen Vorstandsmitglieder hingegen um 14 Prozent auf zuletzt 3,0 Mio. Euro zu.
Oder anders gesagt: Verdiente ein männlicher Dax-Vorstand im Jahr 2013 noch zehn Prozent mehr verdiente als ein weiblicher Vorstand, liegen die Frauen nun im Durchschnitt um rund 140.000 Euro bzw. fünf Prozent über den Männern.
"In den Vorständen der DAX-Unternehmen ist zumindest bei der Vergütung die Gleichberechtigung erreicht und die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen geschlossen. Regulatorische Anpassungen wie sie das neue Entgelttransparenzgesetz der Bundesregierung vorschreibt, sind an dieser Stelle nicht notwendig", kommentiert Jens Massmann, Partner und Vergütungskenner bei EY.

Bewerberinnen verkaufen sich teurer

Die Gründe sieht der Experte vor allem in den verstärkten Bemühungen der Unternehmen, Frauen in den Vorstand zu berufen. Da geeignete Kandidatinnen jedoch knapp seien, steige ihr Marktwert und damit auch die Höhe der Vergütung. Zudem schlage sich die gute Verhandlungsposition weiblicher Vorstände auch in einem höheren Fixanteil ihrer Gesamtdirektvergütung nieder.
Laut EY-Studie lag dieser im vergangenen Jahr in den 30-Dax-Konzernen bei durchschnittlich bei 899.000 Euro und damit um 66.000 Euro höher als bei den männlichen Kollegen. Insgesamt kassierten die Vorstandsmitglieder der 30 Dax-Unternehmen im vergangenen Jahr – einschließlich der CEO's – eine Gesamtvergütung von rund 3,3 Mio. Euro. Dies waren zwei Prozent mehr als im Vorjahr (2015: 3,2 Mio. Euro).

Weiterhin Nachholbedarf in anderen Unternehmen

Nachholbedarf besteht laut EY hingegen noch immer bei den Unternehmen, welche in den anderen deutschen Börsenindizes notiert sind. Laut Mixed-Compensation-Barometer von EY verdienten demnach die weiblichen Vorstände im MDax mit durchschnittlich 1,44 Mio. Euro etwa sieben Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.
Im SDax liegen die weiblichen Vorstandsmitglieder mit durchschnittlich 693.000 Euro sogar noch deutlicher unter den männlichen Kollegen, die auf 893.000 Euro kommen. Dies macht einen Unterschied von 22 Prozent aus. Den größten Nachholbedarf haben hingegen die TechDax-Unternehmen. Auch wenn in deren Vorstandsetagen nur wenige Frauen vertreten sind, verdienen diese doch mit einer durchschnittlichen Gesamtdirektvergütung von etwa 780.000 Euro rund 23 Prozent weniger als die Männer mit rund einer Million Euro. (vwh/td)
Bildquelle: Mercer
Dax · Ernst & Young · Vergütung
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