Märkte & Vertrieb

Personenschadenregulierung: Reform statt Revolution

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Von Carina Götzen. "Wie viel Schmerzensgeld gezahlt wird, hängt vom Sachbearbeiter ab." Üble Nachrede eines Versicherungsnehmers? Es stimmt tatsächlich. Solche Schwankungen sind in Deutschland Realität. Bei der Regulierung von Personenschäden in Kraftfahrt-Haftpflicht variiert die Höhe eines Schmerzensgeldes für ein und denselben Sachverhalt enorm.
Doch es gibt einen harmonischen Weg, das Risiko von Unter- und Überregulierung in den Griff zu bekommen. Reform statt Revolution. Die Grundidee ist, die gängige Regulierung nicht zu ersetzen – sondern stattdessen die bestehende Praxis zu standardisieren. Aus mehreren Versicherungsunternehmen werden hierzu Daten, die für die Regulierung relevant sind, zusammengeführt.
Diese bilden die Grundlage für das mathematische Prognosemodell. Sind die entscheidenden Einflussfaktoren auf die Höhe des Schmerzensgeldes gefunden, wie die Schwere der Verletzung, die Dauer einer Arbeitsunfähigkeit oder regionale Kostenunterschiede, kommen mathematische Verfahren zum Einsatz, die den mathematischen Grundsätzen zum Beispiel bei der Tarifierung entsprechen.
Das Modell, das exklusiv für den Personenschadenspezialisten Actineo erstellt wurde, erlaubt, aus den Daten einheitliche Marktwerte zu ermitteln. Aus der gelebten Praxis der Regulierung werden damit - auf objektive Weise – Standards abgeleitet. Diese ermöglichen es, bisherige Schwankungen in der Regulierung zu verringern.
Voraussetzung ist eine ausreichende und qualitativ hochwertige Datenbasis. Ist die einmal geschaffen, ist ein vielfacher Mehrwert möglich. So können zum Beispiel Bearbeitungsabläufe automatisiert werden. Daneben lassen sich aber auch Reserveprognosen für einen Großteil der Schadensegmente erstellen. Und nicht zuletzt: Der Verdacht von Versicherungsnehmern, sie würden der Willkür ihres Sachbearbeiters unterliegen, wäre ein für alle Mal aus dem Weg geräumt.
Bild: Carina Götzen (Meyerthole Siems Kohlruss) spricht heute auf der Fachtagung Assecuranz in Köln zum Thema "Predictive Modelling im Personenschaden mithilfe multivariater aktuarieller Methoden". (Quelle: Meyerthole Siems Kohlruss)
Meyerthole Siems Kohlruss · Regulierung · Personenschaden · Carina Götzen
Auch interessant
Zurück
08.03.2019VWheute
Cyber: "Wir werden in fünf Jahren ein Prämi­en­vo­lumen von mehr als einer Milli­arde Euro haben" Die Cyberversicherung gehört noch zu den Nesthäkchen…
Cyber: "Wir werden in fünf Jahren ein Prämi­en­vo­lumen von mehr als einer Milli­arde Euro haben"
Die Cyberversicherung gehört noch zu den Nesthäkchen der Versicherungsbranche. Steigende Fallzahlen und immer höhere Schäden führen indes zu einer immer größeren Nachfrage nach …
07.03.2019VWheute
MSK: Sturm "Bennet" verur­sacht Schäden über 200 Mio. Euro Pünktlich zum Rosenmontag hat Sturmtief "Bennet" in Deutschland für erhebliche Schäden …
MSK: Sturm "Bennet" verur­sacht Schäden über 200 Mio. Euro
Pünktlich zum Rosenmontag hat Sturmtief "Bennet" in Deutschland für erhebliche Schäden gesorgt. So mussten in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg mussten mehrere Umzüge abgesagt werden. Die größten Umzüge in Köln, …
21.02.2019VWheute
Perso­nen­scha­den­re­gu­lie­rung: „Digi­ta­li­sie­rung setzt sich durch“ Eine schlechte Datenlage, Bedenken bei den Mitarbeitern, unbekannte  …
Perso­nen­scha­den­re­gu­lie­rung: „Digi­ta­li­sie­rung setzt sich durch“
Eine schlechte Datenlage, Bedenken bei den Mitarbeitern, unbekannte  Abläufe – das sind die größten Hemmnisse auf Seiten der Versicherer bei der Nutzung von digitalen Produkten im Personenschaden. …
31.01.2019VWheute
Versi­che­rungs-Star­tups im schwie­rigen Spagat zwischen Aufsicht und Inves­toren Insurtechs stehen in der Startphase häufig vor dem Problem, dass …
Versi­che­rungs-Star­tups im schwie­rigen Spagat zwischen Aufsicht und Inves­toren
Insurtechs stehen in der Startphase häufig vor dem Problem, dass sie zur Beantragung einer Bafin-Lizenz eine laut Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) vorgeschriebene Mittelfristplanung über …
Weiter