Politik & Regulierung

Wahl: Versicherer setzen auf Evaluierung des LVRG

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Zu aktuellen Fragen vor der Bundestagswahl hatte der Berliner Assekuranz-Club von 1877 GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth zu einem Hintergrundgespräch eingeladen. Klar wurde schnell, dass sich die Versicherungswirtschaft unabhängig vom tatsächlichen Wahlausgang den zentralen Herausforderungen – Geschwindigkeit des technologischen Wandels und Neuausrichtung des Vertriebs – stellen muss.
"Die Geschwindigkeit des Wandels wächst", sagte von Fürstenwerth in kleinem Kreis. "Die Kunden sind schneller als wir." Und der Vorsitzende der Geschäftsführung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) glaubt, dass beim Verbraucherschutz noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. "Die Verbraucherzentralen arbeiten heute sehr professionell" und sie verfügten über den Finanzmarktwächter. Zudem werde sich die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) verstärkt um den kollektiven Verbraucherschutz kümmern.

Evaluierung des LVRG kommt so oder so

Unabhängig vom Wahlausgang – derzeit sieht es nach einer Fortsetzung der Großen Koalition von Union und SPD oder der Bildung einer Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Bündnis 90/Die Grünen aus – steht eine Evaluierung des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) an. Dabei dürfte es vor allem um die Frage gehen, ob auch in der Lebensversicherung die Provisionen wie in der privaten Krankenversicherung (PKV) gedeckelt werden sollen.
Die Rolle und die Funktion des Versicherungsvertriebs wird von Fürstenwerth zufolge eines der großen zu bewältigenden Herausforderungen sein. Dabei kommt für ihn auch die Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD – Insurance Distribution Directive) besondere Bedeutung zu. Deutschland habe die EU-Richtlinie rechtzeitig umgesetzt. Andere europäischen Partner seien hier im Verzug und drängten auf eine Verschiebung der Deadline von Februar 2018 auf Februar 2019.
"Europa ist hier unsortiert", sagte von Fürstenwerth. Sollte es zu einer Verschiebung kommen, dann müsse man sehen, wie die neue Bundesregierung darauf reagiere. Von Fürstenwerth verwies auf eine positive Prognose des Ifo-Instituts über die wirtschaftliche Entwicklung der Versicherungsbranche in diesem Jahr. "Aber wir haben gute Chancen als Branche zu bestehen“, auch wenn der Druck zu mehr Transparenz und technologischem Wandel noch zunehmen werde, sagte von Fürstenwerth. (brs)
Bild: Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth (Quelle: GDV)
GDV · Bundestagswahl · LVRG
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