Schlaglicht

Allianz: Deutschland-Chef Manfred Knof räumt Chefposten

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das kam unerwartet und heftig. Manfred Knof tritt als Chef der Allianz Deutschland ab. Er hat den Aufsichtsrat über seine Entscheidung informiert und wird spätestens am Ende des Jahres seinen Chefposten räumen. Das angespannte Verhältnis zu Konzernchef Oliver Bäte soll bei der Entscheidung keine Rolle gespielt haben. Ein Nachfolger steht bereits fest.
Für den im Jahr 2015 zum Deutschland-Chef berufenen Knof waren gesundheitliche Gründe der Auslöser für den Schritt zum Rücktritt, bestätigt die Allianz auf Nachfrage. Verschiedene Medien hatten auf das angespannte Verhältnis des Deutschlandchefs zu Bäte verwiesen und mögliche Missstimmungen als Gründe des angekündigten Rücktritts angeführt.
Knof hatte im Februar des Jahres aufkommende Gerüchte, er wolle Bäte an der Spitze des Konzerns beerben, als "absoluten Quatsch" bezeichnet und unmissverständlich klargestellt: "Ich bin mit meiner Aufgabe sehr zufrieden, sie füllt mich aus, ich bin also gerne Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland." Beide demonstrierten in der Folge einen Schulterschluss und der vermeintliche Putschversuch war schnell wieder vergessen.

Bewegung in der Führungsriege

Der Nachfolger des scheidenden Deutschland-Chefs soll nach Unternehmensangaben Klaus-Peter Röhler (52) werden, der bisher das Geschäft der Allianz in Italien führte und sich dort besonders bei Digitalisierungsprojekten hervorgetan haben soll. Seine Digitalisierungskünste wird der designierte neue Deutschlandchef gut brauchen können, denn trotz sehr guter Halbjahreszahlen drückt hier der Schuh.
Die Huk-Coburg ist auf dem Kfz-Markt enteilt und die Allianz-Deutschland spricht selbst davon, die "Digitalisierung der Prozesse weiter voranzutreiben". Genau in diese Richtung will CEO Bäte, der die Allianz einen strengen Digitalisierungskurs steuern lässt und gerüchteweise mit den bisherigen Anstrengungen der Deutschlandtochter nicht zufrieden sein soll.
Dieser zollte dem bisherigen Deutschland-Chef Respekt: "Ich danke Manfred Knof für seine erfolgreiche Führung der Allianz Deutschland. Sie hat bei der Erneuerungsagenda für die Allianz Gruppe immer wieder eine Vorreiterrolle eingenommen. Ich bedauere die Entscheidung von Manfred Knof, respektiere und unterstütze sie aber und wünsche ihm alles Gute für die Zukunft. Ich bin überzeugt, dass wir mit Klaus-Peter Röhler die passende Nachfolge gefunden haben. Er verfügt über einen breiten Erfahrungsschatz in der Sach- und Lebensversicherung und hat bei der Digitalisierung des italienischen Geschäfts sehr gute Ergebnisse erzielt".
Unabhängig davon, ob Röhler tatsächlich der neue Mann wird, mit dem Abschied Knofs wird erneut Bewegung in die Managerriege der Allianz kommen, die bereits im Verlauf des Jahres ordentlich in ins Schaukeln geriet. Neben den ausführenden Machern wurden auch die Weichen im Aufsichtsrat neu justiert. Mit Michael Diekmann sitzt ein alter Chef an der Spitze des Aufsichtsrats.

Auszeit auf Zeit

Vielleicht war die zweijährige Karenzzeit Diekmanns auch das Vorbild von Knof und er wird nach der Überwindung der gesundheitlichen Probleme mit frischen Kräften zur Allianz zurückkehren. Dann wäre der Rücktritt eine Auszeit. Übrigens: Neuer Chef der Allianz Italia soll zum 1. Januar 2018 Giacomo Campora werden. Derzeit ist der 50-Jährige bei der Italien-Tochter der Allianz als Generaldirektor für Markt und Vertrieb verantwortlich und zudem Vorstandschef der Allianz Bank Financial Advisors. (vwh/mv)
Bild: Manfred Knof (Quelle: Allianz)
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Nach den Verlusten von Marktanteilen im Bereich der Kfz-Versicherung geht die Allianz Versicherungs-AG nun zur Gegenoffensive über: Im Rahmen des diesjährigen Allianz Autotages stellte jetzt Vorstandschef Joachim Müller die "Neue Allianz Autoversicherung" vor. Start des neuen Produkts ist für Oktober 2017 geplant. Die Reaktionen von Mitarbeitern und Agenturen sei sehr positiv berichtet der Vorstand.
Von Henning Kühl. Die Lebensversicherung als Produkt privater Altersvorsorge befindet sich im Wandel. Die Politik ist gefragt, langfristige Stabilität bei den Unternehmen zu ermöglichen und gleichzeitig für Transparenz bei den Verbrauchern zu sorgen. Viele Unternehmen müssen sich aktuell fragen, wie sie auch künftig Kunden überzeugen können, in Vorsorgeprodukte zu investieren, die weniger klare Sicherheiten bieten.
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Allianz · Oliver Bäte · Manfred Knof
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