Köpfe & Positionen

Mumenthaler: "Leidensdruck war nicht groß genug"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"So kann es nicht weitergehen". Das sagt Christian Mumenthaler zur Ertragssituation der Branche. Die finanzielle Ausstattung ist aber nicht der einzige Punkt, der dem CEO der Swiss Re Sorgen bereitet. Man befinde sich in einem "Abwärtszyklus" und da brauche man "gute Nerven", um zu bestehen, betont der Schweizer. Im Handelsblatt spricht er offen über die Marktsituation der Rückversicherer und den Preisdruck.
Ein Anstieg der Preise ist für ihn "historisch gesehen kein Wunschdenken". Generell sei das erste Halbjahr für die Rückversicherer "nicht besonders gut" gewesen. Besser wird es laut Mumenthaler nicht, dass dritte Quartal werde bei einigen Unternehmen "neue Wunden schlagen".

Die Fondskonkurrenz und der Markt

Ein Verlierer der Stürme in den USA sind die Hedge- und Pensionsfonds, die ebenfalls auf dem Rückversicherungsmarkt mitmischen. Mumenthaler ist sich sicher, dass "Einzelne, die in Florida sind, sicherlich Verluste haben werden". Das für die Schäden hinterlegte Geld der Fonds stehe für "Erneuerungsrunden Anfang des Jahres nicht zur Verfügung".
Mumenthaler ist sich sicher, dass sich der Versicherungsmarkt weiter konzentrieren wird. Es gäbe "auch ohne ein Großschadensereignis" einen Konsolidierungsdruck. Den Grund sieht er darin, dass "Wachstum heute sehr schwer zu erreichen ist". Die Kostensenkung und das Zeichnen von mehr Risiko als Konsequenz habe "seine Grenzen".
Aufgrund des thematisierten Drucks werde es auf dem Markt zu Veränderungen kommen: "Ich glaube darum, dass vor allem aufseiten der Erstversicherer noch mehr passiert – bisher ist dieser Sektor noch sehr zersplittert." Den Markt für Rückversicherungen sieht er dagegen konsolidiert. Dort sei nur "im kleinen Bereich etwas möglich."
Angesprochen auf die Finanzsituation vieler Versicherer, sagt Mumenthaler deutlich: "Solange die Firmen solche Reserveauflösungen machen können, auf der Investmentseite genug da ist und keine großen Naturkatastrophen passiert sind, war der Leidensdruck nicht groß genug, um zu reagieren." Jeder wisse, dass "die Lage der Firmen so nicht nachhaltig ist". (vwh/mv)
Bild: Christian Mumenthaler (Quelle: Swiss Re)
Swiss Re · Rückversicherungsmarkt · Christian Mumenthaler
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