Politik & Regulierung

Psychische Erkrankungen lassen Fehlzeiten stark steigen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
In Deutschland sind die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen in den vergangenen zehn Jahren spürbar um 79 Prozent gestiegen. Zudem sind die Ausfallzeiten der betroffenen Mitarbeiter deutlich gestiegen: Mit 25,7 Tagen je Fall liegen sie deutlich über dem Durchschnitt von 11,7 Tagen. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Fehlzeitenreport der AOK.
"Etwa die Hälfte der Erwerbstätigen war in den letzten fünf Jahren von einem kritischen Lebensereignis betroffen. Die Folgen sind für Beschäftigte und Arbeitgeber gravierend", konstatiert Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Laut Umfrage unter den rund 2.000 befragten Beschäftigten sind die häufigsten Gründe für die Fehlzeiten in Konflikten im privaten Umfeld (16 Prozent), eine schweren Erkrankung von Angehörigen (zwölf Prozent) und finanziellen Probleme (elf Prozent).
Gleichzeitig steigt auch der Anteil der Betroffenen mit zunehmendem Alter. Demnach berichtet mehr als ein Drittel der Beschäftigten unter Dreißig (37,6 Prozent) vor allem über kritische Lebensereignisse. In der Generation der 50- bis 65-Jährigen sind dies klaut AOK-Report schon fast zwei Drittel (64,7 Prozent). Allerdings sind die Gründe je nach Altersgruppe durchaus unterschiedlich: Während jüngere Erwerbstätige neben privaten Konflikten auch über finanzielle oder soziale Probleme klagen, spielen bei älteren Erwerbstätigen Krankheit, Altern oder der Tod des Partners eine größere Rolle.
Diese Lebensereignisse beeinflussen nach Angaben der AOK-Forscher auch deren berufliche Leistungsfähigkeit. Demnach berichten 58,7 Prozent der Befragten von körperlichen und 79 Prozent von psychischen Problemen. Dadurch fühlten sich mehr als die Hälfte (53,4 Prozent) durch die jeweiligen Krisen in ihrer Leistungsfähigkeit im Berufsleben eingeschränkt. Gleichzeitig gaben 48,8 Prozent der Befragten an, trotz dieser Erkrankung zur Arbeit gegangen zu sein. Zudem fühlten sich 37,3 Prozent der Befragten unzufrieden mit ihrer Arbeit. 34,1 Prozent der Befragten hatten sich deswegen häufiger krank gemeldet. (vwh/td)
Bildquelle: DAK
AOK · Fehlzeiten
Auch interessant
Zurück
05.03.2019VWheute
Alphabet versus AOK – Kampf um deut­schen KV-Markt Der deutsche Gesundheitsmarkt rückt stärker in den Fokus der Tech-Giganten. Vorbereitet scheinen …
Alphabet versus AOK – Kampf um deut­schen KV-Markt
Der deutsche Gesundheitsmarkt rückt stärker in den Fokus der Tech-Giganten. Vorbereitet scheinen die gesetzlichen Krankenversicherer darauf nicht. Die PKV sollte sich allerdings ebenso vorsehen, den der Angriff gilt dem gesamten …
09.01.2019VWheute
AOK Nord­west tritt als erste gesetz­liche Kran­ken­kasse dem Insurlab Germany bei Die AOK Nordwest ist als erste gesetzliche Krankenkasse in …
AOK Nord­west tritt als erste gesetz­liche Kran­ken­kasse dem Insurlab Germany bei
Die AOK Nordwest ist als erste gesetzliche Krankenkasse in Deutschland seit 1. Januar 2019 Mitglied im Insurlab Germany. Mit der Kooperation zwischen Versicherern und Start-ups im Rahmen der …
20.03.2018VWheute
AOK: Kran­ken­häuser müssen sich spezia­li­sieren Der Bundesverband der AOK und das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) sehen bei den …
AOK: Kran­ken­häuser müssen sich spezia­li­sieren
Der Bundesverband der AOK und das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) sehen bei den Krankenhäusern in Deutschland noch manchen Nachholbedarf. Die beiden größten Probleme: Zu viele Patienten und Mängel in der Behandlung. …
02.10.2017VWheute
Herz-Kreis­lauf-Erkran­kungen sind am teuersten Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die größten Kostentreiber im deutschen Gesundheitswesen. Nach Angaben…
Herz-Kreis­lauf-Erkran­kungen sind am teuersten
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die größten Kostentreiber im deutschen Gesundheitswesen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes betrugen die Krankheitskosten dafür allein im Jahr 2015 rund 46,4 Mrd. Euro. Damit entfielen allein…
Weiter