Märkte & Vertrieb

"Starke Nachfrage im Bereich der Cyber-Policen"

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Der Schutz gegen Cyberattacken scheint bei immer mehr Unternehmen eine wichtige Rolle zu spielen. "Wir sehen eine starke Entwicklung und Nachfrage im Bereich der Cyber-Policen", konstatiert Lucas Will von Marsh gegenüber VWheute. "Wir beobachten, dass derzeit viele Unternehmen intensiv damit beschäftigt sind, ihre Cyber-Risiken zu quantifizieren und zu analysieren, um die Grundlagen für ein effektives Cyber-Risikomanagement zu schaffen".
VWheute: Cyberattacken gehören derzeit zu den größten Bedrohungen für deutsche Unternehmen – Stichwort "Wanna Cry". Auch die Bafin hat jüngst vor den digitalen Gefahren aus dem digitalen Raum gewarnt. Warum tun sich viele – insbesondere kleinere und mittelständische Unternehmen – so schwer mit einem entsprechenden Versicherungsschutz?
Aus unserer Sicht tun sich die Unternehmen beim Versicherungsschutz nicht so schwer, wie behauptet. Das Thema Cyber ist auf der CEO-Agenda angekommen. Wir sehen eine starke Entwicklung und Nachfrage im Bereich der Cyber-Policen. Dass im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung der Wertschöpfungsketten ein entsprechender Cyber-Versicherungsschutz zum Standard gehören sollte, steht nicht mehr zur Diskussion.
Wir beobachten, dass derzeit viele Unternehmen intensiv damit beschäftigt sind, ihre Cyber-Risiken zu quantifizieren und zu analysieren, um die Grundlagen für ein effektives Cyber-Risikomanagement zu schaffen. Hierbei tun sich die kleineren Unternehmen aufgrund geringerer Ressourcen eventuell etwas schwerer als die großen.
VWheute: Die IT ist mittlerweile längst zur Achillesferse der Unternehmen geworden. Wo sehen Sie hier derzeit den größten Handlungsbedarf für Versicherer?
Cyber-Sicherheit bedeutet mehr als Versicherungsschutz. Dazu gehören zum Beispiel auch Beratung und Dienstleistungen zur Aufklärung und zum Erkennen von Angriffen, wie sie in unserem Sicherheitspaket Marsh CyberPlus umfasst sind. Angriff ist nicht gleich Angriff – nicht jede Attacke verläuft wie WannyCry oder Petya. Für die Zukunft ist es wichtig, mehr in die Analyse, Erkennung und das Monitoring von Angriffen zu investieren – nicht nur in den technischen Schutz. Das sind wichtige Elemente, um den Risikotransfer sinnvoll zu gestalten und trägt dazu bei, Schäden niedrig zu halten.
VWheute: Cyberversicherungen sind in den USA mittlerweile längst etabliert. In Deutschland steckt die Sparte hingegen noch immer in den Kinderschuhen. Worin sehen Sie hierfür die Gründe und was wird nötig sein, Cyberpolicen den Unternehmen schmackhaft zu machen?
Zum einen unterscheidet sich das Haftungsumfeld in den USA stark von unserem. Doch auch in Europa spielt das Thema IT-Sicherheit in der Gesetzgebung eine immer wichtigere Rolle, beispielsweise durch das deutschen IT-Sicherheitsgesetz oder die im Mai 2018 in Kraft tretende EU-Datenschutz-Grundverordnung. Letztere sieht u. a. eine Meldepflicht bei Datenlecks sowie eine drastische Erhöhung der Bußgelder vor und es werden sicherlich vermehrt Haftpflichtansprüche gestellt.
Es ist davon auszugehen, dass spätestens dann für fast alle Unternehmen die Cyber-Police ein Thema sein wird. Zum anderen verändert sich aber aufgrund der Digitalisierung auch das Geschäftsmodell vieler Unternehmen. War die deutsche Wirtschaft bislang stark geprägt von produzierendem Gewerbe und der Zulieferindustrie, werden diese Unternehmen zunehmend zu Herstellern digitaler Güter bzw. zu Software-Lieferanten.
Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Tobias Daniel.
Bild: Lucas Will, Leiter Cyber Risk Practice bei Marsh, spricht heute zum "Umgang mit Cyber Risiken" auf dem MCC Kongress CyberRisks 2017. (Quelle: Marsh)
Cyber-Police · Marsh
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