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Moody's: Rückversicherungsmarkt ist wieder stabil

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Erstversicherer Zurich und Allianz haben dank ihres Rückversicherungsschutzes kaum Einbußen durch die US-Wirbelstürme. Die Gewinne von Zurich würden im schlimmsten Fall um weniger als zehn Prozent, die der Alianz um weniger als ein Prozent beeinträchtigt, schätzen Experten von BNP Paribas. Die Ratingagentur Moody's sieht derweil den Rückversicherungsmarkt insgesamt wieder als stabil an, die bisherige Einschätzung "outlook negative" gilt nicht mehr.
Dafür sprechen drei Gründe:
  • Die hohe Disziplin der zunehmend aktuariell geprägten Underwriter, die nicht der Versuchung verfallen, Wachstum durch die Hereinnahme von besonders untertarifiertem Geschäft hereinzuholen
  • Die nach wie positiven Run-off-Ergebnisse aus Vorjahresreserven
  • Die anhaltende Überkapitalisierung der Branche: Sollte es nicht nur zu ausbleibenden Jahresgewinnen sondern zur Vernichtung von einigen Prozent des Eigenkapitals kommen, so stünde möglicherweise lediglich eine Herabstufung um einen oder zwei Notches an. Die meisten typischerweise mit Aa3 benoteten Rückversicherer könnten daher unverändert weiter im Markt teilnehmen, ohne frisches Kapital suchen zu müssen.
Insgesamt habe es wohl vor über zehn Jahren einen Paradigmenwechsel gegeben: An die Stelle der vielleicht acht Jahre währenden und größere Ausschläge aufweisenden Zyklen seien nun wesentlich längere und flachere Schwankungen getreten. Auch unterliege ein Großteil des Geschäfts nicht in vollem Umfang der Marktkonkurrenz, sondern sei durch ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen großen Rückversicherern und ihren Kunden geprägt, in dem auch die Serviceleistung eine große Rolle spiele.
Dies ist jedoch nur eines Einschätzung der Kreditwürdigkeit (counterparty risk), nicht aber ein Urteil über die Attraktivität von Rückversicherern für ihre Aktionäre, für das Moody’s nicht zuständig wäre.
Aber: Eliminiert man die Besserabwicklungen sowie das Ausbleiben von größeren Cats aus den Ergebnissen der letzten Jahre, so ist es den meisten Rückversicherern nicht gelungen, ihre Kapitalkosten zu verdienen. Dies spiegelt sich wohl darin, dass an der Börse viele Rückversicherer zu weniger als 100 Prozent des ausgewiesenen Eigenkapitals je Aktie gehandelt werden. (cpt)
Bildquelle: Windoria / PIXELIO / www.pixelio.de
Moody's · Rückversicherer
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