Unternehmen & Management

Weniger Firmeninsolvenzen in Deutschland

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
In Deutschland ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2017 weiter zurückgegangen. Nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel wurden insgesamt mussten 10.427 Firmen zahlungsunfähig. Damit verringerte sich die Zahl der Firmenpleiten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,5 Prozent.
Wie die Wirtschaftsauskunftei weiter mitteilte, summierten sich die insolvenzbedingten Schäden in den ersten sechs Monaten des Jahres auf etwa 11,5 Mrd. Euro. Im Durchschnitt entstanden somit Forderungsausfälle von knapp 1,1 Mio. Euro pro Insolvenz.
Die Gründe für das weiterhin hohe Niveau an Insolvenzschäden liegt laut Crifbürgel die Zahlungsunfähigkeit mehrerer wirtschaftlich bedeutender Unternehmen. Dazu zählen unter anderem SolarWorld, der Schifffahrtskonzern Rickmers Holding, die Einrichtungskette Butlers oder der Schneider Versand.

Große Unterschiede zwischen den Bundesländern

Blickt man auf die einzelnen Bundesländer, liegt Nordrhein-Westfalen mit 3.130 Firmeninsolvenzen an der Spitze, gefolgt von Bayern (1.247) und Niedersachsen (943). Gemessen an der Insolvenzdichte ist Bremen mit 51 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen am stärksten insolvenzgefährdet.
Dahinter liegen laut Wirtschaftsauskunftei die Bundesländer Berlin (49 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen), Nordrhein-Westfalen (47) und Schleswig-Holstein (43). Schlusslichter sind Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen mit jeweils 21 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 32 Firmenpleiten je 10.000 Unternehmen.
Entgegen dem Trend verzeichneten die Bundesländer Baden-Württemberg mit einem Plus von 14,8 Prozent, Berlin (plus 13,5 Prozent) und Thüringen (plus 2,9 Prozent) eine Zunahme der Firmenpleiten. Den deutlichsten Rückgang verzeichnete hingegen das Saarland mit einem Minus von 32 Prozent.

Städte in NRW verzeichnen die meisten Insolvenzen

Im Vergleich der 30 größten Städte Deutschlands ist nach Angaben von Crifbürgel die Stadt Dortmund mit 54 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen, gefolgt von Gelsenkirchen (50), Essen (50) und Duisburg (49). Schlusslicht ist Nürnberg mit 23 Pleiten je 10.000 Unternehmen. Dahinter folgen Karlsruhe, Nürnberg und Wiesbaden mit jeweils 24 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.
Mit Blick auf die Hauptbranchen sind die Firmen der Logistik mit 42 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen und dem Baugewerbe (40) überdurchschnittlich von Insolvenzen betroffen. Die geringste Insolvenzdichte verzeichnete der Energiesektor mit lediglich zwölf Pleiten je 10.000 Unternehmen.
"Die binnenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Firmen in Deutschland sind weiterhin gut. Sie profitieren von der stabilen Konjunktur und den günstigen Finanzierungsbedingungen. Zudem nehmen Einkommen und Kaufkraft der Konsumenten weiter zu, was sich wiederum positiv auf die Unternehmen auswirkt", begründet Ingrid Riehl, Geschäftsführerin von Crifügel, den erneuten Rückgang der Insolvenzen. (vwh/td)
Bildquelle: I-vista / PIXELIO (www.pixelio.de)
Unternehmensinsolvenzen
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