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Versicherer zahlen 750.000 Euro für simulierte Verletzung

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Trotz geringen Einkommens hatte eine 51-jährige Tirolerin zwei Unfallversicherungen in Maximalhöhe abgeschlossen. Nicht lange darauf fiel ihr beim Putzen ein schwerer Gegenstand herab. Sie kassierte von zwei Versicherern 750.000 Euro wegen hoher Invalidität. Doch ein Detektiv sah sie schwere Einkaufstaschen tragen. Es folgte ein Prozess wegen schweren Betrugs. Das Geld will die Frau nicht zurückzahlen, sie habe es angeblich verspielt.
Obwohl ein Gutachter feststellte, dass sie nach dem Mittelhandbruch ihren linken Arm und die Hand wieder normal bewegen könnte, beharrte die Frau darauf, dass sie nicht arbeiten konnte wie vorher. "Gegenstände fallen mir noch immer aus der Hand", wiederholte die ihre Schilderungen über andauernde Beschwerden.
Eine der beiden Versicherer hatte schon zuvor gezweifelt – und einen Detektiv engagiert, der die 51- Jährige im Alltag beobachtete. Ergebnis: schwere Einkaufstaschen tragen, Fenster putzen oder Zigaretten rauchen. Die Feinmotorik der Finger funktionierte einwandfrei. "Die Angeklagte hat das Leiden ganz klar simuliert", plädierte die Staatsanwältin. Und der Anwalt einer der klagenden Versicherer ortete sogar einen großen Betrugsplan dahinter.
Die Frau behauptete, das Geld im Casino verspielt zu haben. Da man das Gegenteil nicht beweisen konnte, blieben die Versicherer auf dem Schaden des Versicherungsbetrugs sitzen.

Weltweiter Milliardenschaden durch Betrug

Das Versicherungsbetrug und Veruntreuung bekanntlich kein Kavaliersdelikt ist, stellt auch der zuletzt 2016 veröffentlichte Bericht des US-Verbandes "Association of Certified Fraud Examiners". Danach betrug der Gesamtverlust durch Betrug von Mitarbeitern an ihrem Arbeitgeber rund 6,3 Mrd. US-Dollar. Dazu wurden weltweit 2.410 Betrugsfälle analysiert, die zwischen Januar 2014 und Oktober 2015 in 114 Ländern ermittelt wurden. Dabei wurden Kosten und Verlauf der untersuchten Betrugsdelikte, Merkmale der betroffenen Unternehmen sowie Eigenschaften der Täter untersucht.
Laut Analyse wurde die höchste Dichte der Betrugsfälle im Bank- und Finanzsektor, im öffentlichen Dienst, in der Produktion, im Gesundheitswesen und in der Bildung festgestellt. In 40,7 Prozent der Fälle leiten die betroffenen Unternehmen hingegen keine weiteren rechtlichen Schritte ein - vor allem aus Angst vor Imageschäden und hohen Kosten, berichtet Kathleen Joost in ihrem Blogbeitrag für die Versicherungsforen.
Dabei zeigt die Analyse auch, dass die Veruntreuung durch den Innendienst der Versicherer in den Jahren 2014 und 2015 neun bzw. vier Prozent der Gesamtsumme veruntreuter Beiträge betragen hat. Besonders betroffen sei dabei vor allem die Schaden- und Sachsparte gewesen. Dennoch wurden in der Lebensversicherung die höchsten Summen veruntreut (2014: 57 Prozent, 2015: 79 Prozent).
Schlusslicht mit den geringsten veruntreuten Summen war die Krankenversicherung (2014: 4 Prozent, 2015: 0,4 Prozent). Zudem kommt die Analyse zu dem Ergebnis, dass die gebundenen Vermittler (2014: 51 Prozent, 2015: 65 Prozent) sowie die Makler (2014: 34 Prozent, 2015: 22 Prozent) die höchsten Summen veruntreut haben.(vwh/dg)
Bildquelle: Bernd Kasper / PIXELIO / www.pixelio.de
Versicherungsbetrug
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