Köpfe & Positionen

Metzger: Rentenversprechen ist "opportunistisch"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Diskussion um die Rente mit 70 gewinnt augenscheinlich immer mehr an Fahrt. Nach Ansicht des ehemaligen Grünen-Politikers Oswald Metzger ist das "Versprechen der Kanzlerin vor einem Millionenpublikum vor allem eins: opportunistisch. Mit Wahrhaftigkeit hat das wenig zu tun". Wer "jetzt für die Zukunft eine weitere Lebensarbeitszeitverlängerung für sakrosankt zu erklären, ist unverantwortlich", betont er in einem Beitrag für die Welt.
Demnach sei die "Erhöhung des Renteneintrittsalters in einer immer älter werdenden Gesellschaft die wichtigste Stellschraube, um die gesetzliche Rentenversicherung langfristig tragfähig zu halten", konstatiert der Publizist und heutige CDU-Politiker. Zudem führe "Längerlebigkeit" zu "einer gewaltigen Ausgabensteigerung der Rentenversicherung. Und die muss finanziert werden. Deshalb hilft nur eins: Länger leben bedeutet auch länger arbeiten!", so dessen Forderung.
Gleichzeitig zieht Metzger "aus der Politiker-Tabuisierung der Lebensarbeitszeitverlängerung" einen ganz eigenen Schluss: "Alle Politiker, die den wirksamsten Hebel, die Erhöhung der Lebensarbeitszeit, kategorisch ausschließen, müssen konsequenterweise das Rentenniveau nach 2030 weiter absenken und die Beitragssätze in Richtung 25 Prozent erhöhen. Außerdem müssen sie den Bundeszuschuss deutlich erhöhen und damit die Steuerzahler zur Kasse bitten".

Deutsche arbeiten immer länger

Mit seiner Kritik steht Metzger immerhin nicht allein. Bereits im August forderten führende Ökonomen eine Verlängerung der Arbeitszeit bis 70 Jahre.
Bestätigt wird der Trend hin zu einer längeren Lebensarbeitszeit auch von der Deutschen Rentenversicherung. Auf der Basis aktueller Daten kam die Experten zu dem Ergebnis, dass das durchschnittliche Renteneintrittsalter bei der gesetzlichen Altersrente seit 1999 um fast zwei Jahre gestiegen - von 62,2 auf 64 Jahre. (vwh/td)
Bild: Oswald Metzger (Quelle: privat)
Grafikquelle: Statista
Rente · Rentenversicherung
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