Schlaglicht

Die Deutschen und ihre Ängste

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Gut zwei Wochen vor der Bundestagswahl werfen die Ergebnisse der diesjährigen Studie der R+V Versicherung "Die Ängste der Deutschen 2017" ein ganz besonderes Licht auf unsere Befindlichkeiten. Die Furcht vor einem Versagen der Politik angesichts der gravierenden Probleme geht im Vergleich zu 2016 um zehn Prozent zurück und erreicht nur Platz acht der größten Ängste.
Zwar äußern immer noch 45 Prozent der rund 2.400 Befragten ab 14 Jahren große Bedenken gegenüber der Fähigkeit der Politik, Probleme zu lösen. Aber anders als in anderen Wahlkämpfen nimmt die Sorge in diesem Jahr ab. Professor Manfred Schmidt von der Uni Heidelberg und seit Jahren Berater des R+V-Infocenters, führt diese Besonderheit darauf zurück, dass die Deutschen in Zeiten von Politikverdrossenheit die aktive Auseinandersetzung der Parteien im Wahlkampf wertschätzen.
Und auch wenn er betont, dass die Studie nicht zur Wahlprognose taugt, ist doch interessant, dass sich "der Sorgenhaushalt der potenziellen SPD- und CDU-Wähler bis auf wenige Ausnahmen kaum voneinander unterscheidet". So fürchten sich Wähler von den Grünen und der Linkspartei wesentlich mehr vor Rechtspopulismus als die von SPD und CDU.

Gute Wirtschaftslage verändert Ängste

Einsam an Nummer Eins hat sich 2017 mit 71 Prozent die Furcht vor Terrorismus etabliert. Danach folgen die vor politischem Extremismus (62 Prozent) und vor Spannungen durch den Zuzug von Ausländern (61 Prozent). Ebenfalls angstbesetzt sind nach wie vor die Themen EU-Schuldenkrise, Schadstoffe in Nahrungsmitteln, Überforderung der Behörden mit dem Flüchtlingsstrom, Naturkatastrophen, Überforderung der Politiker insgesamt, Pflegefall im Alter und steigende Lebenshaltungskosten.
Auffällig: Die reinen Wirtschaftsängste wie die vor Arbeitslosigkeit, insgesamt vor schlechter Wirtschaftslage oder sinkendem Lebensstandard im Alter sind gesunken und auf hintere Plätze der Hitliste verbannt worden. So liegt die Angst vor Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent (minus 17 Prozentpunkte) auf dem vorletzten Platz. Fast ebenso gering ist die Angst vor dem Verlust des eigenen Jobs (minus elf Prozentpunkte auf 27 Prozent). Die Furcht vor einem Abwärtstrend der Wirtschaft ist um 15 Prozentpunkte auf 37 Prozent abgesackt – und damit ebenfalls auf Rekordtief.
Schmidt führt das auf die allgemein günstige wirtschaftliche Lage in Deutschland zurück und darauf, dass die Zahl der Arbeitsplätze – auch der sozialversicherungspflichtigen – steige. Schlusslicht ist wie immer die Furcht vor dem Zerbrechen der Partnerschaft. Sie rangiert mit 17 Prozent deutlich hinter allen anderen Ängsten.

Gelassen gegenüber Trumps Politik

Erstaunlich ist auch das Votum der Befragten, was die Auswirkungen der Trump-Politik auf das Verhältnis zur USA als wichtigstem Bündnispartner der EU betrifft. Hier geben sich die Deutschen offenbar gelassen, denn nur 34 Prozent befürchten, dass das Verhältnis ernsthaft Schaden nehmen könnte. Als einen Grund dafür nennt Schmidt den vernünftigen Umgang der deutschen Politik mit Trump. Man zeige sich vernünftig und sorge mit "gut dosiertem Einschlagen" auf Trump dafür, dass die Emotionen nicht hochkochen.

Deutsche haben Realitätsbezug

Insgesamt attestiert Schmidt den Deutschen anhand der Studienergebnisse großen Realitätsbezug und Sensibilität gegenüber realen Bedrohungen. Der Politik gibt er mit auf den Weg, die Sorgenliste ernst und als Aufgabenkatalog anzunehmen. "Die Suche nach Sicherheit und Stabilität bewegt uns Deutsche, und Politiker tun gut daran, die Ängste als ungelöste Hausaufgaben zu betrachten", bemerkt er.
Insofern seien die Ergebnisse der Studie ein ernstzunehmender Wählerauftrag. Zudem zeige die große Sorge etwa vor terroristischen Anschlägen davon, dass man nicht nur die eigene Sicherheit vor Augen hat, sondern die des Gemeinwesens. Denn die Gefahr, tatsächlich selbst Opfer eines Terroranschlags zu werden, sei geringer als ein Hauptgewinn im Lotto, so Schmidt. Umso bemerkenswerter sei der Blickwinkel auf das große Ganze. (epo)
Bild: Manfred Schmidt bei der Vorstellung der neuen R+V-Studie in Berlin. (Quelle: epo)
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Schon seit längerer Zeit wurde auf den Fluren des Generali Konzerns darüber gemunkelt, dass nach dem Weggang von Monika Sebold-Bender, Torsten Utecht, Ulrich C. Niessen und Nora Gürtler, ein weiteres Vorstandsmitglied das Unternehmen verlassen wird. Nach Insiderinformationen, die VWheute vorliegen, soll es sich dabei um Claudia Andersch (50), Country Chief Insurance Officer, handeln, die zum Jahreswechsel zur R+V wechselt.
Alle wesentlichen Konjunkturdaten in Deutschland weisen nach oben und werden dies auch 2018 tun. Von einer "beeindruckenden Entwicklung" sprach Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise bei der Vorstellung des "Konjunkturausblick 2017/18" in Frankfurt am Main. Der Export befinde sich dank einer Wiederbelebung des globalen Welthandels wieder im Aufwind, die Binnennachfrage sei weiter gestiegen, und im Baubereich werde kräftig investiert.
Die "Deutsche Gesundheitskasse (Degeka)" sorgt derzeit bei der Bafin für ziemlichen Wirbel. So hatten die Finanzaufseher bereits Anfang August mitgeteilt, dass die ominöse Krankenkasse, welche mutmaßlich der Reichsbürger-Bewegung nahe steht, keine Erlaubnis für den Vertrieb von Krankenversicherungen habe. Nun hat die Bafin die Degeka ultimativ aufgefordert, ihr Versicherungsgeschäft binnen vier Wochen abzuwickeln und einzustellen.
R+V-Ängste-Studie
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