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Wissing: "Keine starre Grenze" bei der Rente

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das gesetzliche Renteneintrittsalter in Deutschland sorgt kurz vor der Bundestagswahl für einen hitzigen Streit unter Politikern und Ökonomen. Hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr SPD-Herausforderer Martin Schulz der Rente mit 70 jüngst im TV-Duell einmütig eine klare Absage erteilt haben, sprach sich der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) nun gegen "eine starre Grenze" aus.
"Wir sind nicht für eine starre Grenze. Und ein flexibler Renteneintritt wird auch der Lebenswirklichkeit der Menschen gerechter. "Damit einhergehen muss natürlich auch ein Fall von Zuverdienstgrenzen", forderte Wissing in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. Zwar sei eine "gewisse Lebensarbeitszeit" notwendig, "um sicherstellen zu können, dass das Rentensystem funktioniert. Aber wir brauchen keine so starren Grenzen, wie wir sie bis heute haben".
Vielmehr sei "die Diskussion, wie lange man nach einer starren Grenze arbeiten muss, für uns nicht entscheidend, sondern entscheidend ist, dass die Lebensarbeitszeit geleistet wird und der Renteneintritt dann auch flexibel gestaltet werden kann. Das wird im Übrigen auch den Anforderungen an unterschiedliche Berufe gerecht und auch an die individuellen Wünsche der Menschen, wie sie im Alter und wann sie im Alter kürzer treten müssen", betonte der FDP-Politiker.
Harsche Kritik übte der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister dabei vor allem an der CDU/CSU: "Die Union sagt bei der Rente wie in allen anderen Fragen das, was eine konservative Partei sagt: Wir ändern nichts. Die Union steht im Grunde genommen für ein Weiter-so", bemängelte Wissing. "Aber das Beschreiben von Problemen reicht nicht aus, wenn man eine Gesellschaft erfolgreich in die Zukunft führen will", ergänzte Wissing.

Top-Ökonomen halten an Rente mit 70 fest

Bereits vor wenigen Tagen sprach sich Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) ebenfalls vehement gegen eine Erhöhung des Renteneintrittsalters aus. Unterstützung bekamen Merkel und Nahles naturgemäß durch die Gewerkschaften. "Frau Merkel hat der Rente mit 70 eine klare Absage erteilt. Das halte ich für glaubwürdig", lobte Verdi-Chef Frank Bsirske in der Passauer Neuen Presse.
IW-Präsident Michael Hüther und DIW-Präsident Marcel Fratzscher wiederholten hingegen ihre Forderung nach einem höheren Renteneintrittsalter. "Ein solches Versprechen möge "zwar wahltaktisch erfolgreich sein, nicht aber langfristig für die deutsche Gesellschaft", kritisierte Hüther die Aussagen Merkels in der Rheinischen Post. "Die demografische Entwicklung, die verlängerte Lebenszeit, machen ein späteres Renteneintrittsalter notwendig. Anders kann das System nicht finanziert werden", ergänzte Fratzscher in der Südwestpresse und der Märkischen Oderzeitung. (vwh/td)
Bild: Volker Wissing (Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau)
Rente · Renteneintrittsalter
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