Märkte & Vertrieb

Aon erwartet Sterben der Kfz-Versicherung

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Die Kfz-Versicherung, so wie wir sie heute kennen, wird sterben", erwartet Hartmuth Kremer-Jensen, Mitglied der Geschäftsführung beim Versicherungsmakler Aon Risk Solutions in Deutschland. Ursache für das langsame Verschwinden dieser Traditionsversicherung sei der Trend zum autonomen Fahren. Zu diesem Ergebnis kommt Aon im aktuellen Marktreport 2017
Kremer-Jensen befürchtet, dass sich eine "Revolution so schnell vollzieht, dass die etablierten Marktteilnehmer nicht hinterher kommen". Das sei aktuell auf dem Automobilmarkt zu beobachten. Während Tesla neue Elektroautos präsentiere, werde in Deutschland noch über Abgaswerte gestritten.
"Dabei ist klar, dass der Verbrennungsmotor früher oder später verschwindet". Langfristig werde sich das autonome Fahren durchsetzen. Der Experte sieht einen unumkehrbaren Trend. Der Fahrer werde zum Passagier seines Fahrzeugs. Diese Entwicklung vollziehe sich in mehreren Automatisierungsstufen.
Der Aon-Manager erwartet, dass dann Kfz-Unfälle und Schadenhöhen zurückgehen werden. Damit werde die Kfz-Haftpflichtversicherung heutiger Prägung nahezu bedeutungslos. Sogar die Kaskoversicherungen würden unwichtiger. Als Beispiel führt er an, dass vernetzte Autos eine Fahrt bei Hagelschauer selbstständig meiden könnten. Auch Diebstähle würden zunehmend erschwert.
"Profiteure dieser Entwicklung sind vor allem die Kunden der Versicherer", zeigt sich Kremer-Jensen überzeugt. Das komme Unternehmen mit Kfz-Flotte zugute, die damit rechnen können, weniger für ihre Versicherung bezahlen zu müssen. Den Kfz-Versicherern stehe im Zuge des Trends zu selbstfahrenden Autos ein Preiskampf um Marktanteile bevor. (vwh/wo)
Bild: Hartmuth Kremer-Jensen (Quelle: Aon)
Kfz-Versicherung · Aon Benfield · Hartmuth Kremer-Jensen
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