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Lloyd’s of London reicht Gegenklage gegen Kanye West ein

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Schlammschlacht geht weiter. Erst verklagte der US-Rapper Kanye West seinen Versicherer Lloyd’s of London auf zehn Mio. US-Dollar, weil dieser nach einer Tour-Absage nicht für die Kosten aufkommen wollte. Nun reicht die Versicherungsbörse eine Gegenklage ein. Laut dieser resultierte der zur Tour-Absage geführt habende schlechte medizinische Zustand von Kanye West vor allem durch Drogenmissbrauch. Daher greife die Deckung nicht.
Ende November 2016 brach der Rapper Kanye West seine "Saint Pablo Tour" ab, die noch 21 Konzerte umfasste. Der Ehemann von Kim Kardashian hat sich in der Folge in einer Klinik in Los Angeles behandeln lassen. Sein Leibarzt Michael Farzam erklärte, dass sein Patient infolge von "akutem Schlafmangel und Dehydrierung" an einer "temporären Psychose" leide.
In seiner Versicherungspolice ist vereinbart, dass im Falle einer Krankheit die Einnahmeausfälle erstattet werden. Lloyd’s of London ist jedoch bis heute überzeugt, dass West den Zusammenbruch selbst verschuldet hat – durch seinen Marihuana-Konsum.
In der Tat hatte der 40-Jährige schon vor dem Abbruch auf der Tour mehrfach für Aufsehen gesorgt. Bei seinem Auftritt in San José gestand er seinen Fans kurz nach der US-Wahl, nicht abgestimmt zu haben. Aber wenn, hätte er Donald Trump gewählt, erzählte West. Zwei Tage später hielt er bei einem Konzert in Sacramento eine 15-minütige Schimpftirade auf seine Musikerkollegen Beyoncé und Jay-Z sowie Politikerin Hillary Clinton.
Kanye West hält das nur für Ausreden, damit der Versicherer nicht zahle. Sein Unternehmen Very Good Touring hat wegen Vertragsbruchs Anfang des Jahres Klage eingereicht. Lloyd’s of London reagiert nun mit einer Gegenklage. Die Versicherungsbörse sowie mehrere Mediziner erkennen an, dass West gesundheitlich nicht imstande war, die Tour fortzusetzen. Allerdings beharrt Lloyd’s of London weiterhin darauf, dass es sich nicht um eine plötzliche Erkrankung handele, sondern der Zusammenbruch aus übermäßigen Drogenkonsum resultiere. Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, will das britische Unternehmen nicht mehr dazu sagen. (vwh/dg)
Bild: Kanye West und seine Ehefrau Kim Kardashian (Quelle: dpa)
Lloyd's of London · Kanye West
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