Politik & Regulierung

Renten-Wahlversprechen kosten Billionen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Versprechen sind angesichts bevorstehender Wahlen ein gern gesehenes Geschenk der Politik. Dies gilt naturgemäß auch bei der Rente. Eine Prognos-Studie im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) rechnet nun vor, dass allein die Wahlversprechen von SPD und CSU die Rentenkasse im Falle einer Umsetzung fast 1,5 Bil. Euro kosten würden.
So rechnet die Studie vor, dass beispielsweise ein Ausbau der von der CSU favorisierten Mütterrente rund 171 Mrd. Euro kosten würde. Profitieren würden dabei laut Analyse vor allem die Geburtenjahrgänge vor 1964. Stärkster Profiteur wären die Mütter des Jahrgangs 1953 mit einer höheren Rentenleistung von rund 7.900 Euro. Verlierer wären allerdings die Geburtenjahrgänge nach 1965. Besonders stark betroffen sei der Jahrgang 1973 mit einem Minus von 2.825 Euro.
Wesentlich teurer würden laut Prognos-Studie jedoch die aktuellen Rentenpläne der Sozialdemokraten kommen. Demnach würde eine Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent und des Rentenbeitrags bei 22 Prozent die Rentenkasse in den kommenden Jahren bis zu 1,245 Bil. Euro kosten, rechnen die Studienautoren vor.
Größter Nutznießer der SPD-Pläne wäre der Jahrgang 1964 mit einem Plus von 30.748 Euro. Der größte Verlierer wäre hingegen die Geburtenjahrgänge nach 2015 mit einem Minus von 14.575 Euro. Würden beide Rentenpläne wie vorgesehen realisiert, würde der Jahrgang 1959 mit einem Plus von rund 40.000 Euro am stärksten davon profitieren.
"Statt ungedeckte Rentenschecks auszustellen, sollte die Politik die Rentenversicherung zukunftsfest machen, indem ab 2030 das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt wird", wird INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr dazu in der Bild am Sonntag zitiert. (vwh/td)
Bildquelle: Uwe Schlick / PIXELIO (www.pixelio.de)
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