Politik & Regulierung

Keine Haftung nach Pfiff mit Hundepfeife

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Hunde und Pferde gehören bekanntlich mit zu den beliebtesten Begleitern des Menschen. Manchmal kann diese Allianz jedoch auch durchaus schmerzhaft sein, wie ein aktuelles Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe belegt (Az.: 7 U 200/16). Demnach muss eine Hundehalterin nach einem Pfiff mit der Hundepfeife nicht für einen Sturz vom Pferd haften.
Im vorliegenden Fall wurden ein Mann und seine Begleiterin bei einem Ausritt in der Nähe von Jöhlingen im August 2014 von ihren Pferden abgeworfen und zogen sich dabei entsprechende Verletzungen zu. Ursache dafür war ein freilaufender Hund, der den Pferden folgte. Um diesen zur Umkehr zu bewegen, pfiff die Hundehalterin zweimal ihre Hundepfeife. Ihr Hund folgte zwar den Anweisungen. Allerdings gingen die Pferde durch den Hundepfiff ebenfalls durch.
Der Reiter verklagte daraufhin die Hundehalterin mit der Begründung, dass die Pferde wegen der Pfeife und des Hundes gescheut hätten. So zahlte die Haftpflichtversicherung der betroffenen Hundehalterin dem Kläger zwar ein Schmerzensgeld über 1.000 Euro. Dieser klagte jedoch auf weitere 4.000 Euro Schmerzensgeld sowie die Feststellung, dass die Beklagte für alle Unfallfolgen hafte.
Die Richter am OLG Karlsruhe stuften jedoch mit Urteil vom 3. August 2017 die Hundepfiffe "als angemessene und naheliegende Reaktion der Beklagten auf das Verhalten des Hundes ein". Zudem habe nicht festgestellt werden können, dass die Hundehalterin eine Schreckreaktion der Pferde auf die Pfiffe wahrgenommen hat. Somit hafte sie auch nicht für die Folgen des Unfalls. Der Kläger konnte zudem nicht beweisen, dass das Durchgehen der Pferde durch den Hund verursacht wurde. Das Urteil ist rechtskräftig. (vwh/td)
Bildquelle: Maren Beßler / PIXELIO (www.pixelio.de)
Haftpflichtversicherung · OLG Karlsruhe
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