Unternehmen & Management

Japaner kaufen Versicherer von Fairfax

Von David GorrTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Auch wenn nicht jede Unternehmens-Ehe den erhofften Erfolg mit sich bringt, sind Zukäufe oft der einzige Weg, um neue Marktanteile zu gewinnen. Besonders die Japaner verzweifeln an der Stagnation des Heimatmarktes und kaufen meist überbewertete Objekte. Nun greift sich Mitsui Sumitomo Insurance (MSI) den größten Schaden-und Unfallversicherer Singapurs. Dafür überweisen die Japaner 1,6 Mrd. Dollar an die kanadische Fairfax Financial Holding.
Je nach Dauer der Genehmigung der Aufsichtsbehörden wird der Deal Ende 2017 oder Anfang 2018 abgeschlossen sein. Der in Toronto beheimatete Erst- und Rückversicherungskonzern Fairfax Financial Holdings wächst überwiegend durch Akquisitionen. In Abweichung vom Usus in solchen Fällen pflegt er die Namen der erworbenen Gesellschaften beizubehalten. Zu Fairfax gehören nationale Erst- und Rückversicherer mit etablierten Namen wie Odyssey Re, Crum & Forster, Brit Insurance, Polish Re, Thai Re. Unternehmenschef Prem Watsa wird oft mit Warren Buffett verglichen, weil er sich mit den durch Versicherungsoperationen generierten technischen Rückstellungen auch riskante Investments, wie den Erwerb einer größeren Beteiligung am notleidenden Telefonhersteller Blackberry, leisten kann.
MSI, die Kernfirma der MS&AD Insurance Group Holdings, bezahlt für den Versicherer aus Singapur, First Capital Insurance, das 3,3-fache des Buchwerts. Für die bei Thomas Reuters gelisteten Schaden-und Unfallversicherer ist es jedoch üblich das 1,65-fache des Buchwerts hinzulegen.
Den Japanern haftet der Ruf an, sie kauften meist im falschen Augenblick und zu überhöhten Preisen, wie der Erwerb der Amlin plc durch MS& AD zeigt. 5,3 Mrd. US-Dollar, das 2,4 fache des Buchwerts, war den Japanern die Lloyd's Syndikatsgruppe wert. Voriges Jahr kaufte Nippons drittgrößter Versicherer Sompo für 6,3 Mrd. US-Dollar die amerikanische Endurance. Ebenfalls 2016 verleibte sich der Branchenprimus Tokio Marine & Nichido Fire Insurance‘s für 7,5 Mrd. US-Dollar die amerikanische HCC Insurance Holdings ein – die größte Auslandsakquise eines japanischen Versicherers. Bereits 2015 investierten Nippons Versicherer für etwa 22 Mrd. Dollar in amerikanische, und 5,4 Mrd. Dollar in europäische Assekuranz-Häuser.
Weltweit wurden 2016 unter Versicherern 387 M& A-Transaktionen durchgeführt, 2015 waren es laut der auf Versicherungsrecht spezialisierten Kanzlei Clyde & Co. noch 444. Seit 2014 haben sich die Transaktionen im Insurance-Sektor  verdreifacht, stellt Willis Towers Watson fest. Davon stammen die meisten aus reifen Märkten, vor allem aus den USA und Europa. In China und Indien sind die protektionistischen Zutrittsschranken noch beträchtlich. (vwh/dg/cpt)
Bildquelle: Fotolia
Fairfax · Mitsui Sumitomo Insurance (MSI)
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