Märkte & Vertrieb

Insurtech Friday will "starre Kfz-Tarifstruktur aufrollen"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Berliner Digitalversicherer Friday will die seiner Meinung nach "starre Kfz-Tarifstruktur mit einer verbrauchsgerechten Prämie aufrollen". Der Beitrag soll sich dabei genau an die tatsächlich gefahrenen Kilometer anpassen. Im Gegensatz zu Telematik-Tarifen würden dabei nicht die Fahrdaten der Kunden gesammelt. Deshalb gebe es auch kein Datenschutzproblem.
"Wer weniger fährt, zahlt bei Friday auch weniger. Autofahrer können sicher sein, dass nie zu viel für ihre Versicherung abgerechnet wird. Das ist eingebaute Fairness und Flexibilität", betont Christoph Samwer, Mitgründer und CEO, vollmundig. Das Prinzip sei Millionen Deutschen in ähnlicher Form zum Beispiel bei der Stromabrechnung bekannt. Allerdings bieten auch die konventionellen Autoversicherer individuell abgestimmte Tarife nach bestimmten Fahrleistungen an.
Das Friday-System funktioniert wie folgt: Der Kunde übermittelt am Ende des Versicherungszeitraums seine tatsächlichen gefahrenen Kilometer. Auf dieser Basis wird rückwirkend kilometergenau der Gesamtjahresbeitrag angepasst. Anfänglich bittet Friday seine Kunden um Übermittlung der Fahrdaten via SMS, E-Mail oder Kundenkonto oder per Foto des Tachometerstands. Die Eingabe des Kunden wird auf Basis von verschiedenen Regeln validiert. Als Komfortlösung sollen Kunden zukünftig auch über Partner, wie Automobilhersteller, Apps mit OBD2-Stecker, den Kilometerstand automatisiert übermitteln können. Der Tarif ist sowohl für Teil- als auch Vollkasko verfügbar.
Der Marktstart der Berliner mit dem ersten monatlich kündbaren Kfz-Tarif eines Versicherers in Deutschland erfolgte bereits im März 2017. Ob es sich nun bei der kilometergenauen Abrechnung eher um einen Marketing-Gag oder ein ernsthaftes Angebot handelt, werden die Abschlusszahlen bis zum 30. November 2017 beweisen. Denn bis dahin können sich die Autofahrer gegebenenfalls für einen neuen Versicherer entscheiden. Das Berliner Unternehmen wurde 2016 mit Unterstützung des Schweizer Versicherers Baloise Group gegründet. Friday beschäftigt 30 Mitarbeiter, darunter promovierte Versicherungswissenschaftler, Wirtschaftsmathematiker, erfahrene Gründer und Digitalexperten. (vwh/wo)
Bildquelle: dg
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