Köpfe & Positionen

Heitmann fürchtet bei Autodaten Monopol der Hersteller

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Daten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Jahr 2017 ist ein Streit um die Nutzung von autoerzeugten Daten ausgebrochen, dazu gehören unter anderem auch Telematik-Aufzeichnungen. Klaus-Jürgen Heitmann, Chef der Huk-Coburg, befürchtet, dass die Autohersteller ein Monopol beanspruchen werden.
Der Vorstandsvorsitzende des größten Kfz-Versicherers fordert ein Eingreifen der Politik, um ein Alleinherrschaft der Autohersteller zu verhindern, denn "Monopole sind immer schlecht und teuer." Er führt weiter aus, dass die Verbraucher "Wahlmöglichkeiten haben müssen" und "idealerweise so viel Wettbewerb wie möglich" herrschen sollte.
Die Rechtsfrage ist für viele der autobezogenen Daten ungeklärt. Der Anwalt Thomas G. Funke, Kanzlei Osborne Clarke, gegenüber VWheute: "An Telematik-Daten gibt es kein rechtliches Eigentum".
Heitmann hat aber auch Verständnis dafür, dass die Hersteller ihre Elektronik schützen wollen, daher müsste daran gearbeitet werden, "Datenzugriffe sicher zu ermöglichen". Weitere offene Fragen bei der Übermittlung der Daten sind, ob diese vollständig und unmittelbar erfolgt und wer die Kosten trägt.

VDA will das Problem bereits gelöst haben

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat die Problematik ebenso erkannt und erklärt auf Nachfrage von VWheute , dass längst ein Vorschlag für "den Zugang zum Fahrzeug und zu im Fahrzeug generierten Daten erarbeitet" wurde. Dieser Vorschlag erfülle die Anforderungen an Safety und Security, Datenschutz sowie diskriminierungsfreie Innovationen und sichert das Auto gegen Zugriff von Dritten.
Jeder Original Equipment Manufacturer (OEM) nimmt dabei Rolle eines Systemadministrators ein und übernimmt die Verantwortung für einen sicheren Transfer von den im Fahrzeug generierten Daten zu einem standardisierten und gewarteten Business-to-Business-OEM-Interface (B2B). Dritte können direkt über dieses Interface oder über neutrale Server auf Fahrzeugdaten zugreifen.
Den neutralen Servern können verschiedene Services unterschiedlicher Anbieter nachgeschaltet sein. Der Zugriff auf Fahrzeugdaten über den OEM-Server unterliege auszuhandelnden B2B-Vereinbarungen. Es wird over the air und während des Betriebs kein direkter Zugriff durch Dritte in das Fahrzeug zugelassen, um Sicherheitsrisiken für den Kunden und die Öffentlichkeit zu reduzieren. (vwh/mv)
Bild: Klaus-Jürgen Heitmann (Quelle: Huk-Coburg)
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