Politik & Regulierung

Rheintalbahn: Güterverkehr droht Millionenschaden

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Sperrung der Rheintalstrecke sorgt nicht nur bei Bahnreisenden für Probleme. Auch der Güterverkehr steht still. Pro Woche geht durch die Sperrung zwölf Mio. Euro an Umsatz verloren, rechnet der Bahnverband Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) vor. "Die Unternehmen, die wir vertreten, sind nicht dagegen versichert", erklärt der NEE-Verbandschef Peter Westenberger gegenüber VWheute. Man prüfe Regressansprüche.
Seit dem Wochenende fährt kein Zug mehr auf einer der meistbefahrenen Strecken Deutschlands (Karlsruhe-Basel) und einer der wichtigsten europäischen Nord-Süd-Verbindungen. Die Gleise sackten über einem Tunnel ab, der darunter gerade gebohrt wird. Die Strecke wird mindestens bis zum 26. August gesperrt sein. Die Bahn erklärte am Montag, es müsse jetzt von Experten untersucht werden, was genau das Absinken des Bodens verursacht habe.
Nicht nur von Reisenden hagelt es Kritik  am unkoordinierten Baustellenmanagement der Deutschen Bahn. Auch Unternehmer seien von den Störungen betroffen, erklärte Reinhard Boeckh von der Konzernpressestelle der Deutschen Bahn. "Auf der fraglichen Strecke verkehren täglich im Durchschnitt 100 bis 150 oder 200 Güterzüge insgesamt in beiden Richtungen", so Boeckh. Die Schuld liegt für Michail Stahlhut, Chef der Schweizer SBB Cargo International, ganz klar bei DB-Manager Roland Pofalla und der deutschen Politik: Das sei der "traurige Höhepunkt eines Missmanagements", zitiert ihn das Handelsblatt. Pofalla ist seit Januar Vorstand für Infrastruktur der Deutschen Bahn.
SBB Cargo International ist von der Streckensperrung hart getroffen, weil die Bahn kaum Parallelstrecken als Ausweichmöglichkeit anbietet. Das Unternehmen ist mehrheitlich eine Tochter der Schweizer Staatseisenbahn, macht 300 Mio. Franken Umsatz und hat sich auf den kombinierten Verkehr mit Containern und Lkw-Verladung sowie auf sogenannte Ganzzüge auf der internationalen Nord-Süd-Achse zwischen den Nordseehäfen und Norditalien spezialisiert. Viele Güterzüge sind nun auf Abstellgleisen geparkt.
Ein Sprecher der Schweizerischen Bundesbahnen sagte dem SWR, die meisten Güterzüge hätten die Schweiz gar nicht erst verlassen. Die Schweizer Bahn prüft nun gemeinsam mit der französischen Bahn, ob Güterzüge aus der Schweiz über Frankreich umgeleitet werden können. Damit wollen die Bahnexperten vermeiden, dass sich die Container in Basel oder Weil stapeln und es dort zu einem großen Stau von Güterwagen kommt. (vwh/dg)
Bild: Marco Zaremba / PIXELIO (www.pixelio.de)
Deutsche Bahn
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