Köpfe & Positionen

"Ich habe Maschmeyer den Blattschuss verpasst"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Rufmordaffäre um Carsten Maschmeyer hat im medialen Blätterwald ein nachhaltiges Echo hinterlassen. Der selbsternannte "Rufmörder" Stefan Schabirosky scheint sich seiner Rolle jedenfalls bewusst: "Ich habe eine Meute entfesselt. Ich habe Herrn Maschmeyer und dem AWD den Blattschuss verpasst". Im Handelsblatt-Interview geht er zudem mit der DVAG hart ins Gericht.
"Dass die DVAG behauptet, nicht an meinen Rufmord-Plänen beteiligt gewesen zu sein, ist eine Lüge. Denn genau dafür hatten sie mich ja angeheuert", betont Stefan Schabirosky. "Auch die Behauptung, ich hätte nur "allgemein zugängliche" Infos über den AWD an die DVAG weitergegeben, ist falsch. Es ging schließlich um solche AWD-Interna wie Kundendaten und Partner-Provisionssätze, die die DVAG besonders interessierten", erläutert der Versicherungskaufmann gegenüber der Zeitung.
Zudem weist Schabirosky die Behauptung der DVAG als "absurd" zurück, von dem Finanzunternehmen als Controller eingestellt worden zu sein. "Wer einen Controller will, stellt auch einen Controller ein! Ich bin keiner und habe nie eine Qualifikation für diese Tätigkeit erworben. Zudem hat die DVAG gegenüber dem Oberlandesgericht Frankfurt erst 2013 erklärt, sie sei mit mir 'ins Geschäft' gekommen – wissend, dass ich 'voller Rachegedanken' sei und 'dem AWD nach Kräften schaden' wolle".

"Das frisst einen von innen auf"

Dennoch scheint er zumindest nach außen ein gewisses Maß an Reue zu zeigen: "Ich hätte mich auf die ganze Rufmord-Kampagne nicht einlassen dürfen. Das weiß ich heute. Es war von Anfang an eine schmutzige Geschichte". Mit Maschmeyer selbst scheint sich Schabirosky jedenfalls vordergründig ausgesöhnt zu haben: "Viele Jahre lang konnte ich nicht mal mit engsten Familienmitgliedern darüber sprechen, was ich getan hatte. Glauben Sie mir: Das frisst einen von innen auf. Herr Maschmeyer verstand mich immerhin. Wir werden sicher keine Freunde mehr, haben aber einen Draht zueinander gefunden, denke ich. Wir haben uns ausgesprochen".
Auch wenn sich de Betroffene selbst im öffentlichen Schmierentheater bislang noch nicht selbst zu Wort gemeldet hat. Für den ehemaligen Spiegel-Chefredakteur und heutigen Welt-Herausgeber Stefan Aust "ist es keine große investigative Leistung, einen Daten-Stick im Briefkasten zu finden".
"Dass rachsüchtige Mitarbeiter Informationen herausgeben, um ihrer früheren Firma zu schaden, ist nicht neu. Dass sie dafür von einer Konkurrenzfirma bezahlt werden, das war für mich wirklich überraschend und erschreckend. Ich war bei den sogenannten Whistleblowern immer skeptisch, da dürfte es manche geben, die eine verborgene eigene Agenda haben", betont der Journalist im Interview mit dem Medienmagazin Meedia. Zudem: "Was der Spiegel oder andere Medien damals über Maschmeyer geschrieben haben, muss ja nicht alles falsch gewesen sein". (vwh/td)
Bild: Carsten Maschmeyer (Quelle: www.carsten-maschmeyer.de)
Carsten Maschmeyer
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