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Talanx erhöht Gewinnprognose

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Versicherungskonzern Talanx ist mit dem Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2017 nach den Worten von Vorstandschef Herbert K. Haas sehr zufrieden. Daher passt der Vorstand den Ausblick für das Gesamtjahr nach oben an. Die Gewinnprognose wird um 50 Mio. Euro auf 850 Mio. Euro erhöht. Aber auch die Prämieneinnahmen sollen deutlich stärker steigen als prognostiziert.
Haas erwartet nun einen Zuwachs von mehr als vier Prozent. Bislang hatte er der Talanx nur ein Plus von zwei Prozent zugetraut. Die positivere Einschätzung beruht auf der guten Entwicklung im Schaden-Rüchversicherungs- und im inländischen Schaden-/Unfallgeschäft mit Privat- und Firmenkunden. Als nicht so erfreulich wertete Haas allerdings Voraussagen für die Hurrikan-Saison in der zweiten Jahreshälfte.
Die Branche erwartet größere Schäden in Nordamerika. Allerdings geht die Talanx nach einem schadenarmen ersten Halbjahr mit einem verbleibenden Großschadenbudget von komfortablen 850 Mio. Euro in das zweite Halbjahr. Nicht in die Kategorie Großschäden fallen werden den Angaben zufolge die Schäden durch den G20-Gipfel in Hamburg und die Überflutungen in Norddeutschland vor einigen Wochen.
Die Stärkung des internationalen Marktes sowohl im Privat- und Firmenkundengeschäft als auch in der Industrieversicherung zahlt sich laut Haas aus. So erzielte der drittgrößte deutsche Versicherer im ersten Halbjahr 49,9 (Vorjahr: 47,2) Prozent seiner Prämieneinnahmen im Ausland. Angepeilt werden für 2018 mehr als 50 Prozent.
Insgesamt stiegen die Prämieneinnahmen des Konzerns nach einem Rückgang im Vorjahr um 6,9 Prozent auf 17,6 Milliarden Euro. Die Belastungen durch Naturkatastrophen und Großschäden beliefen sich nur auf 195 (495) Mio. Euro. Die Schaden-/Kostenquote war mit 97 (96,8) Prozent "auskömmlich". Die niedrige Schadenquote konnte die durch Portfolioumsteuerungen höher ausgefallene Kostenquote nicht ganz kompensieren.
Das versicherungstechnische Ergebnis verschlechterte sich aufgrund der Zuführung zur RfB auf minus 940 (minus 784) Mio. Euro. Erfreulich entwickelte sich das Kapitalanlageergebnis. Es übertraf mit 2,1 Mrd. Euro den Vorjahreswert um 6,2 Prozent. Das operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich konzernweit um 5,4 Prozent auf 1,13 Mrd. Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 463 Mio. Euro (plus 14,9 Prozent).
In der Industrieversicherung wuchsen die Prämieneinnahmen dank eines guten Auslandsgeschäft um 3,3 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro. Die Schaden-/Kostenquote verbesserte sich dank der Portfoliobereinigungen und trug damit zu einem Plus in der Versicherungstechnik bei. Das Ebit vor allem wegen des starken Kapitalanlageergebnisses deutlich höher als im Vorjahr aus, sodass der Beitrag zum Konzernergebnis auf 112 (91) Mio. Euro zulegte.
Ermutigend ist wie es heißt die Entwicklung im Privat- und Firmengeschäft Deutschland. Bei auf 3,3 Mrd. Euro leicht rückläufigen Beitragseinnahmen stieg das Ebit. Der Überschuss verdoppelte sich auf 50 (24) Mio. Euro. Während die Prämieneinnahmen im Segment Schaden/Unfallversicherung zulegten, reduzierten sich die Beiträge in der Lebensversicherung erneut "strategiekonform". Zur Finanzierung der Zinszusatzreserve mussten mehr stille Reserven gehoben werden. Bei Schaden/Unfall greift das Modernisierungsprogramm. Die Schaden-/Kostenquote konnte unter die 100-Prozent-Marke gedrückt werden.

Deutliches Wachstum im Rückversicherungsgeschäft

Die Sparte Privat- und Firmenversicherung International legte bei den Beitragseinnahmen wegen des starken Wachstums in den Zielregionen Lateinamerika und Europa um 13,7 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro zu. Bemerkbar macht sich der Anstieg der Durchschnittsprämien in der polnischen Kfz-Versicherung. Das Plus des Ebit in Europa konnte das Minus in Lateinamerika mehr als wettmachen. Zum Konzernergebnis steuerte die Sparte 34 (29) Mio. Euro bei.
Erfreulich verlief den Angaben zufolge das Rückversicherungsgeschäft, zu dem wesentlich die Tochter Hannover Rück beiträgt. Die Prämieneinahmen des Segments Schaden-Rückversicherung stiegen im ersten Halbjahr kräftig um 17,2 Prozent auf 5,4 Mrd. Euro. Dazu trug vor allem die höhere Nachfrage an solvenzentlastenden Rückversicherunbgslösungen sowohl in Europa als auch in Nordamerika bei. Die Schaden-/Kostenquote verschlechterte sich zwar, blieb aber auskömmlich.
Das etwas schwächere versicherungstechnische Ergebnis wurde durch ein höheres Kapitalanlageergebnis mehr als kompensiert. Im Segment Personen-Rückversicherung waren die Beitragseinnahmen um2,4 Prozent auf 3,6 Mrd. Euro rückläufig. Die Versicherungstechnik verschlechterte sich ebenso wie Kapitalanlageergebnis und Ebit. Da der Gewinnanstieg der Talanx von Analysten erwartet worden war, stieg die Aktie im M-Dax nur halb so stark wie der Index. (cs)
Bild: Herbert K. Haas (Quelle: Talanx)
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