Märkte & Vertrieb

OVB büßt bei Provisionen ein

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Fakten: OVB hat im ersten Halbjahr die Kundenanzahl um 1,3 Prozent auf 3,3 Millionen Kunden gesteigert, bei den Gesamtvertriebsprovisionen 1,1 Prozent eingebüßt (aktuell: 114,5 Mio. Euro) und beim operativen Ergebnis einen Rückgang von 0,2 Mio. auf 7,8 Mio. Euro zu verzeichnen, teilweise wegen der "geplanten Ausweitung der Investitionen". Das hat Auswirkungen bei der Jahresprognose.
Von einer soliden Entwicklung spricht OVB-Vorstandschef Mario Freis: "Das ungebrochene Wachstum der Kundenzahl unterstreicht den hohen Beratungsbedarf privater Haushalte in Europa. Die sich zunehmend verändernden regulatorischen Rahmenbedingungen dämpfen unsere Wachstumsdynamik insgesamt, obwohl wir in einigen unserer Ländermärkte gute bis sehr gute Entwicklungen verzeichnen. OVB zeigt in diesem anspruchsvollen Umfeld eine solide Entwicklung."

Deutschland und Osteuropa

Probleme hat die OVB scheinbar in Deutschland. Die Gesamtvertriebsprovisionen fielen auf 29,1 Mio. Euro (Vj: 30,7 Mio. Euro). Die OVB sieht den Grund für die Provisionsreduzierungen im Lebensversicherungsreformgesetz. Bei OVB heißt es dazu auf Anfrage von VWheute: "Der Rückgang der Gesamtvertriebsprovisionen in Deutschland resultiert aus der Umsetzung des Lebensversicherungsreformgesetzes. Die damit verbundenen Provisionsreduzierungen sind in immer stärkerem Maße für uns spürbar. Deutliche Wachstumsraten verzeichnen wir im Bereich der Immobilienfinanzierungen und im Kapitalanlagegeschäft."
In Mittel- und Osteuropa gab es ein "deutliches Umsatzwachstum" in Polen, Ungarn, Kroatien und Rumänien zu feiern. Dem standen allerdings "durch regulatorische Veränderungen ausgelösten negativen Umsatzeffekt im wichtigen Ländermarkt Tschechien entgegen".
VWheute wollte es genauer wissen und hat nachgefragt, wo in Tschechien die Probleme liegen und wie der Markt in Mittel- und Osteuropa bewertet wird, in dem die Gesamtvertriebsprovisionen um 0,8 Prozent auf 55,2 Mio. Euro gesteigert werden konnten (Vj: 54,8 Mio. Euro).
So heißt es von OVB: "In Tschechien wirkt sich der durch regulatorische Veränderungen ausgelöste negative Umsatzeffekt in der Lebensversicherung dämpfend aus. Der Provisionshaftungszeitraum für Lebensversicherungen wurde zum 1. Dezember 2016 auf 60 Monate ausgedehnt. Ebenfalls ist anzumerken, dass sich der Lebensversicherungsmarkt seit mehreren Jahren deutlich rückläufig entwickelt.
Der Beratungsbedarf privater Haushalte in Mittel- und Osteuropa nimmt insgesamt zu. Das zeigt das Kundenwachstum um 30.000 Kunden im Berichtszeitraum. Mit einer deutlich verbesserten Arbeitsmarkt- und Einkommenssituation steigt die Bereitschaft zu privater Absicherung und Vorsorge. Das macht uns zuversichtlich, dass wir im Rahmen unseres Allfinanzansatzes aus unserem Bestand von 2,2 Millionen Kunden und aus dem Neugeschäft weiteres Wachstum generieren können. Die aktuelle Entwicklung insgesamt und die weiteren Potenziale in Mittel-/Osteuropa stimmen uns mittel- bis langfristig optimistisch."

Süd und Westeuropa & Gesamtergebnis

Die Gesamtvertriebsprovisionen in Süd- und Westeuropa nahmen von 30,4 Mio. Euro im Vorjahr auf 30,3 Mio. Euro ab. Das operative Konzernergebnis entsprach im ersten Halbjahr 2017 der Summe von 7,8 Mio. Euro, ein Rückgang von 0,2 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr.
Der Vorstand hat aus den Zahlen Konsequenzen gezogen und die Prognose für das Gesamtjahr angepasst. Der Umsatz werde "leicht" und das operative Ergebnis "moderat" sinken, und zwar "aufgrund vielfältiger Herausforderungen".
"Unser Ziel für 2017 ist, die Auswirkungen des zunehmend herausfordernden Umfelds auf den Geschäftsverlauf zu minimieren und zugleich die strategische Weiterentwicklung von OVB in Europa voranzutreiben“, erläutert OVB-Finanzvorstand Oskar Heitz

Die entscheidende Frage

Keine großen Ausschläge nach oben oder unten. Insgesamt betrachtet beträgt das Wachstum in den verschiedenen Märkten Plus Minus ein Prozent. Ist aktuell auf dem Markt nicht mehr zu erreichen, hat VWheute gefragt.
Die Antwort von OVB: "Ihre Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Regulatorische Veränderungen dämpfen in Märkten wie Tschechien und Deutschland unsere Wachstumsdynamik, während wir in anderen Märkten gute bis sehr gute Entwicklungen verzeichnen.
Nach Jahren des starken Wachstums im Segment Süd- und Westeuropa hat dort die Wachstumsdynamik insgesamt nachgelassen. Wir gehen in diesem Segment aber weiter von moderaten Steigerungen beim Umsatz und einer deutlichen Steigerung des operativen Ergebnisses aus." (vwh/mv)
Bild: OVB-Hauptgebäude (Quelle: OVB)
OVB · Mario Freis
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