Märkte & Vertrieb

Versicherte wollen keine intelligenten Kühlschränke

Von Dominic EggerTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Den intelligenten Kühlschrank, der automatisch aufgefüllt wird, wollen per se die wenigsten", heißt es in der "Zukunftsstudie 2027", die VWheute exklusiv vorliegt. Wie sich Verbraucher ihre Leben in zehn Jahren vorstellen, hat Fraunhofer IAO in Kooperation mit der Basler und BGV, LVM und Provinzial Nordwest sowie den WGV-Versicherungen erhoben. Überraschend: Nach den Trends, die Experten begeistern, sehnen sich die Kunden nicht unbedingt.
Beim Autonomen Fahren zeigt sich, dass die Versicherungswirtschaft gut daran tut, nicht nur den Experten, sondern auch dem Volk "aufs Maul" zu schauen: So begeistern sich zwei Drittel der Experten für das Fahren ohne Fahrer. Allerdings freut sich nur ein Drittel aller Befragten auf eine flächendeckende Verbreitung dieser Form von Mobilität. Auch beim Car Sharing überschätzen die Experten mit 40 Prozent deutlich die Begeisterung der Grundgesamtheit, nur 20 Prozent der 3.000 Befragten kann sich ein Leben ohne Auto vorstellen.
Cyber-Security ist ein Thema, für das Befragten nicht nur eine deutliche Konjunktur vorhersehen, 68 Prozent sagen sogar: "Digitale Sicherheit ist etwas, wofür ich Geld ausgeben werde." Die eigenen Geräte gegen Hackerangriffe, Datenverlust oder andere Schadenfälle abzusichern werde 82 Prozent wichtig sein.
Gesundheitsmuffel sind in Zukunft Vergangenheit
Wearables hingegen werden es auch in Zukunft schwer haben. Ein Gerät zu tragen, das die eigene Gesundheitsvorsorge unterstützt, wie etwa das Vitality-Angebot der Generali-Versicherung, können sich nur 35 Prozent der Befragten vorstellen.  n den Einsatz von Pflegerobotern denken noch weniger, genauer nur 25 Prozent der Befragten.
Auf die eigene Gesundheit selbst stärker achten, werden in Zukunft 75 Prozent der Befragten, mit 50 Prozent erhält dieser Vorsatz für das Jahr 2027 die stärkste Zustimmung. Die Kunden noch mehr bei der Prophylaxe zu unterstützen, sollte damit auch auf der Zukunftsagenda der Krankenversicherer stehen. Ein weiterer, korrekt erkannter Zukunftsmarkt zeigt
Befragte wollen Kühlschrank selbst füllen
Dass der Arbeitgeber die Gesundheit der Mitarbeiter fördern wird, schätzen 47 Prozent der Befragten. Das Thema begeistert mit über 40 Prozent am zweithäufigsten, gleich nach dem Trend, Passwörter durch biometrische Methoden wie Gesichtserkennung oder Iris-Scans zu ersetzen. Papierne Wasserstandsmeldung sollte 2027 der Geschichte angehören. Immerhin 64 Prozent der befragten rechnen fest damit, relevante Post werde dann nur noch digital verschickt. Dass sich der eigene Kühlschrank automatisch bestellt und beliefert wird, schätzen nur 24 Prozent.
Rund 3.000 Menschen, darunter 38 Experten, beteiligten sich an der Online-Befragung, deren Fragebogen erstellten die Fraunhofer-Mitarbeiter nach einer systematischen Auswertung der Fachliteratur nach Megatrends sowie nach einer Reihe von Experteninterviews. Repräsentativ ist die Studie leider nicht, die Verteilung der Altersgruppen entspricht nur grob jener der Gesamtbevölkerung. Männer waren mit 67 Prozent stark überrepräsentiert. Rekrutiert wurden die Befragten über die Kanäle E-Mail und Webseiten, Twitter und weiteren sozialen Medien. (de)
Die Zukunftsstudie 2027 #ichinzehnjahren bietet Fraunhofer IAO zum kostenlosen Download an.
Bildquelle: Fraunhofer IAO
Zukunftsforschung · Autonomes Fahren · Fraunhofer
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