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Hannover Rück lässt Munich Re und Swiss Re alt aussehen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Kräftiges Beitragswachstum, wenig Großschäden und mehr Gewinn kennzeichnen das erste Halbjahr der Hannover Rück. Damit hat der weltweit drittgrößte Rückversicherer besser abgeschnitten als die Konkurrenz. "Wir sind zufrieden, vielleicht ein bisschen mehr als zufrieden", sagte Finanzvorstand Roland Vogel bei der Präsentation der Halbjahreszahlen.
Von Naturkatastrohen blieb die Hannove Rück weitgehend verschont. Im zweiten Quartal fiel sogar kein einziger Großschaden an – ein "Novum", so Vogel. In den ersten sechs Monaten summierten sich die Großschäden auf 122 (Vorjahr: 353) Millionen Euro. Im Großschaden-Budget für das Gesamtjahr ist daher noch viel Luft. Diese positive Schadenbilanz spiegelt sich auch in der Gewinnentwicklung wider. Nach einem leichten Gewinnrückgang im ersten Quartal wurde im zweiten Quartal ein Gewinnanstieg von fast 25 Prozent verzeichnet.
Damit liegt das Konzernergebnis des ersten Halbjahrs mit 536 Mio. Euro um 9,6 Prozent über Vorjahresniveau. Für das Gesamtjahr peilt die Hannover Rück erneut einen Gewinn von mehr als einer Milliarde Euro an. Vogel stellte zudem den Aktionären wieder eine Sonderdividende in Aussicht, es wäre die dritte in Folge. Gut die Hälfte der Gewinnausschüttung geht an die Muttergesellschaft Talanx.
Nach wie vor ist das Rückversicherungsgeschäft durch einen harten Wettbewerb geprägt. Doch es läuft für die Hannover Rück besser als erwartet. Die Prämieneinnahmen erhöhten sich im ersten Halbjahr infolge des hohen Zuwachses von 17,3 Prozent in der Schaden-Rückversicherung um 8,6 Prozent auf 9,0 Mrd. Euro. Angesichts der erfolgreich verlaufenen Vertragserneuerungsrunde zum 1. Juni und 1. Juli rechnet der Vorstand mit einem anhaltenden Wachstum. Im Vorjahr hatte die Hannover Rück einen Rückgang der Prämieneinnahmen um gut vier Prozent verzeichnet.
So zufrieden man mit der Schaden-Rückversicherung ist, so gilt das nur in eingeschränktem Maße für die Personen-Rückversicherung. Zu schaffen macht das US-Mortalitätsgeschäft. Die Bruttoprämieneinnahmen schrumpften um 2,4 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro. Der Beitrag zum Konzerngewinn verringerte sich um 12,6 Prozent auf 114,2 Mio. Euro. Aus der Ablösung von Verträgen im Rahmen des Bestandsmanagements wird im dritten Quartal eine Ergebnisbelastung von rund 50 Mio. Dollar erwartet.
Das operative Konzernergebnis legte auch dank der stärker als erwartet gestiegenen Kapitalerträge um 7,0 Prozent auf 799,4 Mio. Euro zu. Aus selbstverwalteten Kapitalanlagen flossen dem Rückversicherer 656 Mio. Euro (plus 15,3 Prozent) zu. Daraus ergibt sich eine Rendite von 3,2 Prozent. Einschließlich der Depotzinsen fiel ein Ergebnis in Höhe von 779,4 Mio. Euro (plus 4,6 Prozent) an.
Ungeachtet der guten Ergebnisse brach die Aktie der Hannover Rück bis zum Mittag um fünf Prozent ein, während der M-Dax lediglich knapp ein Prozent einbüßte. Analysten zeigten sich über die Performance des Lebensversicherungsgeschäfts enttäuscht. Ungeachtet dessen schließen Börsianer ein Abrutschen des Kurse in den nächsten Wochen auf unter 100 Euro nicht aus. (cs)
Bild: Roland Vogel, Finanzvorstand der Hannover Rück (Quelle: Hannover Rück)
Hannover Rück · Rückversicherer
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