Köpfe & Positionen

Wenn die Kaffeemaschine in den Krieg zieht

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Technik wird immer klüger. Doch was passiert, wenn Smart Home und vernetzte Haushaltsgeräte wie eine Kaffeemaschine ihre Besitzer schädigen. Udo Kornmeier, Rechtsanwalt bei Schalast & Partner, und früherer Rechtsbeistand des Musikers Moses Pelham, weiß Rat und erklärt, wie man trotz Nutzung vernetzter Technik seine Privatsphäre wahrt.
Der Schutz der eigenen Daten kann bei einem Smart Home schnell schwierig werden, selbst einfachste Nutzungsdaten geben eine Fülle an Information über den Besitzer. Das Haus speichert beispielsweise, wann die Jalousien hochgezogen werden, wann die Heizung läuft und kennt den Inhalt des Kühlschranks. "Aus diesen Daten lassen sich Rückschlüsse auf Ihren ganz privaten Tagesablauf ziehen und auf die Zahl der Haushaltsmitglieder", erläutert Kornmeier in der FAZ. Überhaupt seien Smart Homes für Hacker "ein leichtes Unterfangen", besonders dann, wenn Passwörter nicht turnusmäßig gewechselt und Updates nicht eingespielt würden.

Angriff des Killerhauses

Neben dem Problem der Datensicherheit bedrohen auch andere Gefahren die Besitzer eines digitalen Heims. Bei einem Systemabsturz könnten den Bewohnern ernsthafte Gefahren drohen, ist sich Kornmeier sicher: "Sie sind in der Garage eingeschlossen, weil sich das Tor nicht mehr öffnen lässt. Vielleicht wird gleichzeitig als Kettenreaktion eines Systemabsturzes die Tür Ihres selbstfahrenden Autos verriegelt und ein Kabelbrand ausgelöst, während der Haushaltsroboter den frisch gebrühten Kaffee […] einem Mitbewohner über den Kopf gießt." Neben solchen Horrorszenarien gibt es auch weniger dramatische versicherungsrechtliche Bedenken.

Das Problem der Haftung

Wer haftet, wenn der Mähroboter Kurs auf Nachbars Katze nimmt, die Kaffeemaschine jemanden verbrüht oder das Smart Home beschließt, die Jalousien heraufzuziehen und Diebe einzuladen. Für Kornmeier ergeben sich daraus in Zukunft "spannende Haftungs- und Versicherungsfragen", besonders dann, wenn der Hausbesitzer Sicherheitsupdates nicht einspielte oder mit den Passwörtern Schindluder trieb. (vwh/mv)
Bild: Kaffeemaschine (Quelle: Petra Bork / PIXELIO / www.pixelio.de)
Haftung · Smart Home · Udo Kornmeier
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