Köpfe & Positionen

Laue: "Krankenversicherer mittlerweile kampferprobt"

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der digitale Wandel und die politische Debatte um die Zukunft des dualen Gesundheitssystems bereiten Debeka-Vorstandschef Uwe Laue keine "großen Sorgen". Vielmehr "sind wir private Krankenversicherer ja mittlerweile kampferprobt", betont der PKV-Präsident im Sommerinterview mit VWheute. Seinen Sommerurlaub verbringt Laue übrigens in diesem Jahr in Südtirol.
VWheute: Was bereitet Ihnen größere Sorgen, die Bürgerversicherung, der rasante digitale Wandel oder die zunehmende Regulierung im Bereich der Altersvorsorge?
Uwe Laue: Ich würde nicht von "großen Sorgen" sprechen, sondern von Herausforderungen – und die sind dazu da, sie anzunehmen und zu bewältigen.
Was die Bürgerversicherung anbelangt, so sind wir private Krankenversicherer ja mittlerweile kampferprobt, denn die Idee einer Bürgerversicherung beschäftigt uns schon seit 15 Jahren und wird vor jeder Bundestagswahl reanimiert.
Ich bin davon überzeugt, dass sich die Menschen mehr denn je keinen Radikalumbau unseres dualen Krankenversicherungssystems wünschen. Sie wissen, dass alle Patienten von kurzen Wartezeiten, freier Arztwahl und einer schnellen Teilhabe am medizinischen Fortschritt profitieren. Ihre Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem ist deshalb historisch hoch: 86 Prozent der gesetzlich Versicherten und 91 Prozent der privat Versicherten halten das System und die Gesundheitsversorgung für gut oder gar sehr gut, wie eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach zeigt.
Der digitale Wandel nimmt immer mehr Fahrt auf. Auch die Debeka hat die Zeichen der Zeit erkannt und wappnet sich für die Zukunft. Ich nenne als Beispiele nur die erfolgreiche Einführung unserer Leistungs-App, unsere Beteiligung an Ottonova, dem neuen privaten Krankenversicherer, und an CareLutions, dem innovativen Unternehmen für Gesundheitsmanagement. Bei allen Maßnahmen zur Digitalisierung achten wir darauf, dass sie unseren Mitgliedern Mehrwerte bieten und / oder zu Kostensenkungen führen.
Dass die private Altersvorsorge immer besonderer Gegenstand der Regulatorik ist, liegt allein schon an der Komplexität des Themas und der Langfristigkeit der eingegangenen Vertragsbeziehungen. Wir versuchen, die regulatorischen Anforderungen schlank zu erfüllen und die neuen Chancen des Betriebsrentenstärkungsgesetzes zu nutzen. Mit vier weiteren genossenschaftlich geprägten Versicherern hat die Debeka "Das Rentenwerk" ins Leben gerufen, um ein entsprechendes Angebot für Sozialpartner zu erstellen.
Ziel des Konsortiums ist es, eine flexible Betriebsrente, die Arbeitgeber und Gewerkschaften an ihre Bedürfnisse anpassen können.Bei all diesen Veränderungen haben wir immer nur zwei Interessengruppen zu berücksichtigen. Zum einen ist es wichtig, stets im Sinne unserer Mitglieder und Kunden zu handeln. Zum anderen muss die Debeka bei den anstehenden Entscheidungen das Wohl der Mitarbeiter im Auge behalten. Ich bin mir sicher, dass es uns gelingen wird, beide Anspruchsgruppen gut zu bedienen.
VWheute: Was sind Ihre persönlichen und beruflichen Wünsche für den Rest des Jahres?
Uwe Laue: Mein beruflicher Wunsch für den Rest des Jahres ist es, meinen Teil dazu beizutragen, dass die Debeka auch weiterhin die Herausforderungen der Zukunft meistert. Erfreulich ist, dass wir auch 2017 in allen Bereichen wachsen können. Ich bin sehr zuversichtlich, dass unsere neuen Tarife in der Altersvorsorge und Sachversicherung genauso gut im Markt angenommen werden, wie es bei der Produktoffensive im vergangenen Jahr war. Es ist mir wichtig, dass wir unseren Mitgliedern und Kunden stets bedarfsgerechte, leistungsstarke und moderne Produkte bereitstellen und dabei deren Bedürfnisse in den Vordergrund stellen.
Persönlich wünsche ich mir für den Rest des Jahres, gesund zu bleiben und ein paar schöne Stunden und Tage mit meiner Familie zu verbringen.
VWheute: Wo verbringen Sie oder haben Sie in diesem Jahr Ihren Sommer-Urlaub verbracht?
Uwe Laue: Den Sommer-Urlaub verbringe in Dorf Tirol, um zu wandern. Zwei Wochen in Südtirol genieße ich, um vom Arbeitsalltag abzuschalten. Die Natur und die Landschaft geben mir mehr Erholung als ein Badeurlaub am Strand.
Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.
Bild: Uwe Laue, Vorstandsvorsitzender der Debeka und Vorsitzender des PKV-Verbandes (Quelle: PKV)
Debeka · Uwe Laue · Sommerinterview
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