Köpfe & Positionen

"90 Millionen Tarif-Varianten bei Telematik"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Talanx-Vorstand Jan Wicke sieht die Akzeptanz von Telematik-Tarifen "generell nicht so hoch", was vor allem "an zwei Dingen" liege. Einerseits sei man vorsichtiger, was die Weitergabe von Daten angehe. Andererseits sei der Preisvorteil eines Telematiktarifs gegenüber der konventionellen Tarifierung nicht so ausgeprägt wie etwa in Italien, weil die Autoversicherungstarife bei hierzulande unglaublich ausdifferenziert seien.
"Wenn Sie alle Kombinationen nehmen, kommen wir auf 90 Millionen unterschiedliche Tarifvarianten. Da gibt es keine großen Anreize, Geld für Überwachungssysteme auszugeben und sein Auto für einen Telematik-Tarif nachrüsten zu lassen", erläutert Wicke in einem Interview mit dem Tagesspiegel. Zudem gebe es "keinen Bereich, in dem der Wettbewerb so hart ist wie im Neugeschäft in der Autoversicherung. Hier können wir im Direktgeschäft in Sekundenschnelle unsere Preise verändern, wenn der Wettbewerb es erfordert. Wir wollen dadurch auch eine gesunde Mischung von Risiken in unserem Versicherungsportfolio erzielen, um diversifiziert zu sein".
Gleichzeitig bescheinigt der Talanx-Vorstand kein besonders großes Interesse der Kunden an Versicherungen. "Versicherungen sind ein Low-interest-Produkt. Die Menschen brauchen das, um ruhiger schlafen zu können, aber es beschert ihnen keine Glücksgefühle. Deshalb ist der Preis bei gut vergleichbaren Angeboten wichtig und Preisflexibilität ein Wettbewerbsvorteil. In den anderen Sparten ist übrigens die gute Beratung viel wichtiger", betont Wicke.
Zudem gab der Talanx-Vorstand an, 930 Stellen von 5.000 bis 2021 abbauen zu wollen. "Im Vertriebsinnendienst sind 40 Prozent der Arbeitsplätze betroffen. Das liegt aber nicht nur an der Digitalisierung, sondern wir hatten auch andere Effizienzschwächen", begründet Wicke den Personalabbau. Allerdings sei man "nicht stolz darauf, Arbeitsplätze abzubauen, aber wir können nicht anders. Unsere Produkte waren zu teuer. Wir bemühen uns darum, den Abbau sozialverträglich zu gestalten", betont der Talanx-Manager. (vwh/td)
Bild: Jan Wicke, Konzernvorstand der Talanx. (Quelle: Talanx)
Talanx · Telematik · Jan Wicke
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